Der verheerende Brand am Domplatz, bei dem in der Silvesternacht drei historische Fachwerkhäuser schwer beschädigt wurden, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach durch einen technischen Defekt ausgelöst. Das ist das vorläufige Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen. Vorbehaltlich eines noch ausstehenden Sachverständigengutachtens wird davon ausgegangen, dass in einer Wand des zuerst betroffenen Gebäudes bereits längere Zeit ein Schwelbrand bestand. Es handelt sich dabei um das Eckhaus Domstraße 35, das das indische Restaurant „Bombay“ beherbergte.
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Genauer Auslöser des Brandes nicht mehr festzustellen
Durch den tage-, möglicherweise wochenlang unentdeckten Schwelbrand hätten sich, so die Ermittler, brennbare Gase in der Zwischenwand und in den Geschossdecken ausgebreitet, die sich dann in der Silvesternacht entzündet haben. Die Ursache für den Schwelbrand sowie der Auslöser für das Feuer ließen sich aufgrund der starken Brandschäden sowie der durch die Löscharbeiten entstandenen Schäden nicht mehr sicher feststellen, so die Polizei. Naheliegend sei, dass der Schwelbrand durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde.
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Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ausgewertet
Die Ermittlungsarbeit sei aufwendig und durch die starken Zerstörungen behindert worden. Neben Untersuchungen am Brandort studierten die Ermittler Bauunterlagen, analysierten Foto- und Videoaufnahmen, die teilweise über ein Hinweisportal von der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wurden, sowie weitere Hinweise. Neben Brandermittlern der Kriminalpolizei Erfurt waren Experten der Kriminalpolizei Suhl sowie ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamts an der Untersuchung beteiligt. Spezialkräfte des Landeskriminalamts hätten bei der Dokumentation des Brandorts unterstützt.
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Unkontrollierte Böllerei auf dem Domplatz üblich
Bei dem Brand verloren 24 Menschen ihre Wohnung, verletzt wurde niemand. Den Sachschaden kann die Polizei bisher nicht genau beziffern, er dürfte in die Millionen gehen. Das am stärksten betroffene Gebäude, das Eckhaus, ist einsturzgefährdet, Möglichkeiten eines Wiederaufbaus unter Erhalt der historischen Fassade werden geprüft.

Der Domplatz war auch in der zurückliegenden Silvesternacht Ort unkontrollierter Böllerei. Das hatte den Schluss nahegelegt, dass der Brand durch Feuerwerk ausgelöst wurde. Videoaufnahmen aus der Zeit unmittelbar vor dem Eintreffen der Feuerwehr zeigten einen kleinen Flammenherd an einem Balkon im Dachstuhl des Eckhauses. Kurz vor 1 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und begann mit den Löscharbeiten. Später in der Nacht spitzte sich die Situation allerdings unerwartet zu. Offenbar durch ein Durchzünden brennbarer Gase standen plötzlich große Teile des Dachstuhls auch der Nachbarhäuser in Flammen.
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Brand löst Debatte über Kontrollen aus
In den Tagen nach Ausbruch des Brandes sah sich insbesondere die Stadtverwaltung der Kritik ausgesetzt, nicht genug für eine Einhaltung des Feuerwerksverbots in der Altstadt unternommen zu haben. Durch Bundesverordnung zum Sprengstoffgesetz ist das Abbrennen von Pyrotechnik in der unmittelbaren Nähe von brandgefährdeten Gebäuden untersagt. Dies zu kontrollieren ist zunächst Aufgabe der Kommunen, die dazu um Unterstützung durch die Polizei bitten kann. Wie in den vergangenen Silvesternächten waren aber auch diesmal keine Ordnungskräfte der Stadt im Einsatz.
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Langguth: Diskussion um Böllerverbot bleibt wichtig
Für kommendes Silvester verspricht die Stadt verschiedene Maßnahmen, darunter eine klar definierte Feuerwerksverbotszone sowie gemeinsame Kontrollen von Ordnungsdienst und Polizei. Die Erkenntnisse der Polizei, dass womöglich doch keine Pyrotechnik für den Brand verantwortlich ist, würden daran nichts ändern. „Die Diskussion um ein Böllerverbot hat Bestand. Die Gefahr durch Pyrotechnik steht ja damit nicht außer Frage“, sagt Erfurts Sicherheitsdezernentin Heike Langguth (parteilos) auf Anfrage. Gleichwohl erinnere der Ausgang der Brandursachenuntersuchung daran, wie wichtig es ist, die Ergebnisse polizeilicher Ermittlungen abzuwarten.









