Das „Haus zum grünen Löwen“ ist vom Verein „Stadtbild in Deutschland“ als „Gebäude des Jahres 2025“ ausgezeichnet worden. Der Verein setzt sich bundesweit und ehrenamtlich für Denkmalschutz, Rekonstruktion städtebaulich wichtiger Bauwerke und allgemein für klassischtraditionelles Bauen und die Pflege regionaltypischer Stadtbilder ein. Der Fachwerkbau in der Gotthardstraße 49 ist ein neu errichtetes Haus, das sich so gut in die historische Umgebung rund um das Augustinerkloster einfügt, dass man das Gebäude erst einmal gar nicht als Neubau erkennt.

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Historische Bauweise und moderner Wohnkomfort in Erfurter Altstadtgasse

Am Augustinerkloster
Im Herbst 2024 zeigte der Rohbau, wie Fachwerkbauweise „von innen“ aussieht. (Archiv)© Funke Medien Thüringen | Frank Karmeyer

„Nach dem Vorbild der Erfurter Renaissance wurde hier historische Bauweise und Gestaltung mit modernem Wohnkomfort verbunden“, heißt es in der Jury-Begründung. Die Bauherren Tobias, Fabian und Gero Pappe haben mit viel Liebe zum Detail gebaut. Die Gebrüder haben ihr Holzbau-Handwerk unter anderem im Schloss Celle, in der Burgkapelle Ziesar, in den Dornburger Schlössern und in diversen Kirchen eingebracht.

Fachwerk ist hier mehr als nur Dekoration

Der Name des Vorgängerbaus wurde als Erinnerung übernommen. „Fachwerk ist hier auch wirklich als tragendes Element verwendet worden. Und nicht etwa, wie bei anderen Projekten, nur zur Dekoration. Somit ist das Haus zum grünen Löwen auch ein Musterbeispiel für Authentizität“, hebt der Verein hervor. Der Entwurf des preisgekrönten Hauses stammt vom Architekturbüro Daniel Neuer aus Herrnhut.

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Historisierendes Bauen gilt in Erfurt als angemessen

Mit dem „Gebäude des Jahres“ soll seitens der 800 Vereinsmitglieder vor allem der Mut der Bauherren und jeweiligen Architekten geehrt werden. Diese müssen sich laut Verein oft gegen Widerstände in manchen Baubehörden gegen „historisierendes“ Bauen durchsetzen, um für besondere Orte eine angemessene Architektursprache zu finden. Mit dem zweiten Platz wurde der Langenwerther Hof in Eltville (Rheingau-Taunus-Kreis) ausgezeichnet. Platz drei geht an einen Neubau in Berlin-Lichterfelde, der einen Gründerzeitbau imitiert.

An der Gotthardstraße 49 soll eine Gravurtafel angebracht werden, die auf den Preis hinweist.