Der Wohnungsmarkt in Erfurt ist angespannt, insbesondere für Gering- und Normalverdiener sind neue Wohnungen schwer zu finden – und kaum zu bezahlen. Wie schwierig die Situation auch im bundesweiten und internationalen Vergleich ist, zeigt eine Datenerhebung, die das Rechercheteam von Correctiv-Europe vorgenommen hat.

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Beim Vergleich von Wohnkosten und Gehältern konzentrieren sie sich auf die Gruppe der Pflegekräfte. Einerseits arbeiten europaweit gleichmäßig verteilt viele Menschen in diesem Sektor. Andererseits repräsentieren sie mit ihren Gehältern in den meisten Ländern den Durchschnitt der Bevölkerung. Bundesweit liegt das durchschnittliche Bruttogehalt bei 4300, in Thüringen bei gut 4000 Euro. Pflegekräfte, so die Annahme der Analyse, sind ein Gradmesser dafür, wo auf dem Wohnungsmarkt etwas in Schieflage geraten ist.
Entstanden ist eine Übersichtskarte für ganz Europa. In grüngefärbten Gegenden ist die Lage passabel, in hochroten Regionen dramatisch. Erfurt liegt in Hinblick auf Mietpreise im hellroten Bereich: „Unbezahlbar für Pflegekräfte“, lautet das Urteil, das für die Thüringer Landeshauptstadt vergeben wurde.
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„Die Gruppe (der Pflegekräfte) steht in dieser Recherche stellvertretend für Menschen in systemrelevanten Berufen, ohne die kein Ort funktionieren kann – und die sich doch oft nicht mehr leisten können, dort auch zu leben. Wo Pflegekräfte nicht wohnen können, ist auch die Mitte der Gesellschaft ausgeschlossen“, erklären die Autoren der Studie. Für ihre Analyse sammelten sie ein Jahr lang Miet-Inserate in Hunderten Städten Europas, basierend auf dem „House4All“-Projekt des europäischen Forschungsprogramms „Espon“.
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Mehr als 30 Prozent des Einkommens wird für Miete ausgegeben
Für den Datensatz aus Erfurt liegen demnach 665 Inserate zugrunde. Für eine neue 45-Quadratmeter-Wohnung, so die Auswertung, muss der Erfurter durchschnittlich 783 Euro zahlen. Bezieht man diesen fälligen Betrag auf das Durchschnitts-Nettogehalt einer Pflegekraft von 2558 Euro, heißt das also, dass knapp ein Drittel, genau 30,63 Prozent des Einkommens, fürs Wohnen ausgegeben werden. Damit rutscht Erfurt knapp in den hellroten Bereich, der anzeigt, dass die Verhältnismäßigkeit von Warmmiete und Einkommen nicht ausgeglichen ist. Sozialwohnungen sowie genossenschaftliche Mietangebote sind nach den Kriterien des Forschungsprojekts bewusst nicht einbezogen.
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Ungewöhnliche Maßnahme an Freiburger Klinikum
In Freiburg gibt es übrigens eine ungewöhnliche Maßnahme, um dem Problem beizukommen: Hier hat eine Klinik einen eigenen Immobilienmakler eingestellt. Private Vermieter können ihre Wohnung den Kliniken und Pflegeeinrichtungen direkt anbieten. Laut der Beteiligten seien bereits 160 Wohnungen angeboten und 40 vermittelt worden. Doch dass Betroffene so intensiv und kostenlos bei der Wohnungssuche betreut werden, ist die Ausnahme.










