Noch vier, vielleicht fünf Monate, dann könnte es im Spielhaus Geratal still werden. Die Kita in Bischleben in Trägerschaft der Thepra wird womöglich Ende Juli geschlossen. Denn die Anmeldezahlen sind zu niedrig für einen wirtschaftlichen Betrieb. Möglicherweise geht es auch weiter, mit der Thepra oder mit einem ganz neuen Träger. Das wiederum hängt davon ab, wie sich der Stadtrat am Mittwochabend (18. März) zum vorgeschlagenen Kita-Moratorium verhält.
News über die Medien und den Buschfunk
Die Situation ist unklar. Die mangelhafte Kommunikation der Verantwortlichen gegenüber den Eltern macht die Lage noch unübersichtlicher. „Offiziell wissen wir nichts. Wir erfahren die Neuigkeiten über die Medien und den Buschfunk. Gespräche mit uns gab es nicht. Wir werden nicht angehört“, kritisiert Martina Fernandez vom Elternbeirat der Kita. Sie spricht gemeinsam mit Jennifer Blivier mit unserer Redaktion und schildert, wie Eltern die derzeitige Lage erleben.

44 Mädchen und Jungen können im Spielhaus, einer Villa im Südwesten der Stadt, betreut werden. Im kommenden Kita-Jahr werden es laut den jüngsten öffentlichen Informationen nur 13 Kinder sein. Der Geburtenrückgang, der in unterschiedlichem Maße jede der 107 Kitas in Erfurt betrifft, schlägt in Bischleben voll durch.
Die Schließung liegt auf Eis
Die Thepra habe die Schließung der Kita bereits bei der Stadt angemeldet. Als der Vorschlag über ein mögliches Moratorium im Stadtrat aufkam, wurde die Schließung auf Eis gelegt. Denn sofern sich die Stadt verpflichtet, Pädagogen über den gesetzlichen Betreuungsschlüssel hinaus zu beschäftigen, das „überschüssige“ Personal also selbst zu bezahlen, sei die Thepra bereit, das Spielhaus weiterzubetreiben. Die Thepra selbst äußert sich dazu nicht. Anfragen dieser Redaktion blieben unbeantwortet.
Zur Kita-Debatte in Erfurt
Die Unsicherheit macht die Eltern mürbe. Sofern das Spielhaus schließt, müssten sie sich eine neue Betreuung für ihre Kinder suchen. „Die Kommunikation ist nicht klar, es herrscht Verwirrung. Wir haben bereits darüber nachgedacht, wohin wir gehen könnten. Aber es ist nichts planbar. Die Kinder hängen in der Luft“, sagt Martina Fernandez.
Déjà-vu in Bischleben: Erneuter Kita-Wechsel?
Für Jennifer Bliviers Sohn wäre ein Wechsel bereits die dritte Kita – und das kurz bevor der ohnehin einschneidende Übergang zur Schule ansteht. Von den „Schwemmbacher Spatzen“, einer Kita mit Platz für mehr als 120 Kinder, wechselten sie in die deutlich kleinere Kita „Pinoccio“ in Waltersleben. Das ruhigere Umfeld habe dem Jungen gutgetan, berichtet Jennifer Blivier. Doch dann musste das Haus im Sommer 2025 schließen, ebenfalls wegen zu weniger Anmeldungen. Also wechselten sie ins fünf Kilometer entfernte Bischleben, nur um ein Jahr später ein Déjà-vu zu erleben.
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„Einen anderen Kita-Platz zu finden, ist sicher kein Problem. Aber es ist kontraproduktiv für die Kinder. Sie brauchen feste Bezugspersonen, es gibt bereits zu viele Personalwechsel. Wenn in vielen Familien schon Patchwork angesagt ist, dann nicht auch noch im Kindergarten. Stabilität und Beständigkeit sehen anders aus“, sagt Jennifer Blivier.

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Eine klare Meinung zum Moratorium haben die beiden Frauen nicht. Es würde den Einrichtungen wohl Zeit verschaffen, gemeinsam mit den Eltern an den Konzepten zu arbeiten. Gleichzeitig sehen sie ein, dass Kitas nicht dauerhaft mit zu wenig Kindern betrieben werden können.
Öffentliche Sitzung des Stadtrates mit Entscheidung zur Kita-Bedarfsplanung und dem Moratorium, 18. März, 17 Uhr, Rathaus. Live-Stream unter erfurt.de/ef128741











