Schlange stehen war gestern, selbst scannen ist angesagt. Während es vor elf Jahren nur knapp über 2000 SB-Kassen in Deutschlands Geschäften gab, waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als 38.000. Allein zum Jahr 2023 hatte sich die Zahl mehr als verdoppelt. Nicht jeder ist Fan davon, seine Artikel selbst zu scannen, manche meiden bewusst diese Kassen.
Polizei: An SB-Kassen wird gestohlen
Für die Polizei steht fest, dass SB-Kassen häufig genutzt werden, um einzelne Artikel aus dem Laden zu schleusen, ohne sie zu bezahlen. Mittlerweile verfügen die meisten Geschäfte über gute Videotechnik, um den Dieben auf die Schliche zu kommen. Wir fragen nach bei großen Supermarktketten, welchen Stellenwert SB-Kassen haben.
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Kaufland setzt seit 2015 auf SB-Kassen
Eine der ersten Ketten, die tatsächlich seit 2015 diesen Service anbieten, ist Kaufland. „Aufgrund der positiven Resonanz unserer Kunden bauen wir dieses Angebot nach und nach weiter aus. In Erfurt bieten wir in der Filiale im Thüringenpark die Zahlung an SB-Kassen an“, sagt Stephan Wehner von der Unternehmenskommunikation.

Wegen der vielen Jahre Erfahrung hat Kaufland längst bei der Diebstahlprävention aufgerüstet. So verfügen alle SB-Kassen über Kontrollwaagen. „Zudem führen unsere Mitarbeiter stichprobenartige Re-Scans im SB-Kassenbereich durch. Diese sind darüber hinaus durch eine Ausgangsschranke geschützt. Zum Öffnen muss der Barcode auf dem Kassenzettel gescannt werden. Außerdem ist immer ein Mitarbeiter an den SB-Kassen präsent“, sagt Stephan Wehner.
KI lernt aus Warenkörben
Er berichtet von etwas recht Neuem für registrierte Kunden, die K-Scan nutzen, also ihre Waren schon beim Reinlegen in den Korb scannen und deshalb im Kassenbereich nichts mehr auspacken müssen: „Früher kamen beim Re-Scan starre Regeln oder eine Zufallsauswahl zum Einsatz. Nun lernt ein selbst entwickeltes KI-Modell aus Warenkörben, die in der Vergangenheit auffällig waren“, so Stephan Wehner. „Mit dem Modell zeigt sich nicht nur eine höhere Trefferquote, sondern wir erzielen einen direkten positiven Effekt auf das Einkaufserlebnis unserer Kunden: Wer alles richtig scannt, wird künftig deutlich seltener kontrolliert.“

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Überdies greife Kaufland standortindividuell auf branchenübliche Maßnahmen zurück, um sich vor Ladendiebstahl zu schützen. „Diese umfassen auch den Einsatz von Detektiven, den Schutz vereinzelter Artikel mit Diebstahlsicherungen oder – in seltenen Fällen – die Nutzung von Artikelkarten.“
Fallstricke an SB-Kassen
50 Prozent der Lidl-Filialen haben SB-Kassen
Bei Lidl wurden die SB-Kassen 2023 eingeführt. „Bis Frühjahr 2026 wird jede zweite unserer über 3.250 Filialen in Deutschland mit „Scan&Go“-Kassen ausgestattet sein“, sagt Valerie Heck von der Lidl-Pressestelle. Auch bei Lidl kommt bereits künstliche Intelligenz zum Einsatz, etwa um Obst und Gemüse zu erkennen. Die Sprecherin betont, dass durch die neue Ausstattung die Mitarbeiterzahl in der Filiale unverändert bliebe.
Zu internen Prozessen sowie Diebstählen und Sicherungssystemen indes möchte sie keine näheren Angaben machen. „Generell nutzen wir hinsichtlich der Diebstahlprävention branchenübliche Maßnahmen, etwa die individuelle Sicherung vereinzelter Artikel.“
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Rewe äußert sich nicht zu sicherheitsrelevanten Themen wie Ladendiebstahl, teilt die Mediensprecherin Kirsten Hensen mit. Und Aldi? „In Erfurt gibt es derzeit keine Filiale mit Self-Checkout“, sagt Candy Brinks von der Aldi-Kommunikationsabteilung.











