Interessiert äugt Pius über die Stallwand im Tierpark in der Fasanerie in Arnstadt. Anstrengen muss sich der Rüde nicht. Die Deutsche Dogge ist mehr als hüfthoch, bringt rund 70 Kilogramm auf die Waage.
Eine imposante Erscheinung. Zumal Pius nicht alleine im Tierpark unterwegs ist. Die Jenaer Ortsgruppe des Deutschen Doggenclubs nutzt den Sonntagmorgen zu einem gemeinsamen Trainingsausflug. 15 Leute und zehn Doggen sind unterwegs. Nur Bailey sticht als Exot heraus: Er ist eine Französische Bulldogge und sieht neben den Deutschen Doggen aus wie ein Zwerg.

Doch lautes Bellen oder bedrohliche Situationen sind Fehlanzeige. „Man nennt Doggen nicht umsonst sanfte Riesen“, erklärt Cornelia Pfaff aus Marlishausen. In Arnstadt und Erfurt ist sie keine Unbekannte. Über Jahrzehnte betrieb sie in beiden Städten beliebte Modegeschäfte. Erst vor wenigen Monaten trat sie in den Unruhestand. Um mehr Zeit für ihren Mann und ihre Hunde zu haben.
Deutsche Doggen gelten als besonders sanfte Hunde
„Das sind schon ganz besondere Tiere. Menschenbezogen. Verschmust. Und hochsensibel“, weiß sie. Alf, eine inzwischen verstorbene Dogge, spürte sogar, dass ihr Mann an Krebs erkrankt war, noch ehe er eine ärztliche Diagnose erhalten hatte.
Allerdings: „Erziehung muss bei einer Deutschen Dogge sein“, sagt Cornelia Pfaff. Denn wenn 70 Kilogramm in die Leine springen, hält sich der Mensch nicht auf den Beinen. Auch, wenn sie seit Jahrzehnten Hundeerfahrung hat, geht sie mit ihren Vierbeinern regelmäßig trainieren. „Und dabei lerne ich immer noch Neues.“
Die anderen Mitglieder des Doggen-Clubs nicken. Auch ihnen ist es wichtig, ihre Hunde jederzeit im Griff zu haben, sie auch in die Öffentlichkeit mitnehmen zu können, ohne Angst zu haben, dass der Ausflug in Stress ausartet.

Jenaer Ortsverein hat Mitglieder aus ganz Thüringen
Allzu viele Deutsche Doggen gibt es in Thüringen allerdings nicht. Daher sind in der Jenaer Ortsgruppe auch viele Hundehalterinnen und Hundehalter aus anderen Landesteilen organisiert.
Alle 14 Tage treffen sie sich – immer an einem anderen Ort in Thüringen. Die dort lebenden Mitglieder kümmern sich um das jeweilige Sonntagsprogramm.
„Da wir den Tierparkchef Maik Wedemann privat kennen, haben wir angefragt, ob wir mit mehreren Hunden in die Fasanerie kommen können“, erklärt Cornelia Pfaff. Für das Tierpark-Team kein Problem. Zwei- und Vierbeiner sind dort gleichermaßen willkommen.
Besuch der Deutschen Doggen war nicht zu übersehen
Für die Besucherinnen und Besucher war das Erscheinen der Riesen natürlich ein Spektakel. Zumal sie nur optisch auffielen. Die Doggen bellten nicht, bewegten sich ruhig und bedächtig. Was wiederum auch bei den Tierparkbewohnern Eindruck machte: Neugierig näherten sich Alpakas, Ziegen und Rehe den Absperrungen, schnupperten sogar ganz sanft an feuchten Hundeschnauzen.

Auch, als Pius seinen riesigen Kopf über die Absperrung zum Meerschweinchengehege schob, brach keine Panik aus. Die kleinen Tiere wuselten unbeeindruckt umher. Und Pius beobachtete sie, als genösse er sein Sonntags-Fernsehprogramm.
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Nach dem Tierparkbesuch zog es die Vereinsmitglieder nach Holzhausen ins Western-Restaurant Lasso. „Auch dort sind wir mit Hunden immer willkommen“, weiß Cornelia Pfaff. Selbstverständlich ist das in Thüringen nicht, verraten die Hundehalter. Noch dazu, wenn man mit Hunden vor der Tür steht, die deutlich größer sind als Dackel und Co.




