Sie sind die Letzten ihrer Art: Mit der Ausstellung „Provinzlust. Erotikshops in Ostdeutschland“ gewährt das Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt vom 6. August bis 25. Oktober besondere Einsichten in den Erotikhandel abseits der Großstädte und damit in ein bisher unbeachtetes Kapitel der Zeitgeschichte.
Blick auf die Jahre des Umbruchs
Die Sonderschau zeigt Fotografien von Karen Weinert und Thomas Bachler zum gleichnamigen Buch von Uta Bretschneider und Jens Schöne. Dieses bietet einen unterhaltsamen und zugleich sehr ernsthaften Blick auf die Umbruchsjahre seit 1989, heißt es in der Ausstellungseinladung. Für ihr Buchprojekt haben die Kulturwissenschaftlerin und der Historiker Sexshops in der ostdeutschen Provinz sowie die Lebenswege ihrer Inhaber erkundet. Das Werk erschien 2024 im Ch. Links Verlag. Die vom Autorenduo geführten Interviews wurden fotografisch begleitet von Karin Weinert und Thomas Bachler.

Was zu Zeiten der Pandemie während einer Fahrt ins südliche Brandenburg mit einer skurrilen Entdeckung begann, mündete in eine Studie zu einem übersehenen Kapitel der Transformationszeit seit 1989. Ausstellung und Lesung wurden initiiert und möglich gemacht durch die Unterstützung des Museumsfördervereins. Das Buch „Provinzlust“ ist zur Vernissage vor Ort im Museum und während der Ausstellungsdauer in der Buchhandlung Peterknecht erhältlich. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 6. August, um 18 Uhr.
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Uta Bretschneider ist seit Mai 2026 Direktorin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation. Ihre Leidenschaft: Übersehenes sehen. Gemeinsam mit dem Historiker Jens Schöne, Stellvertreter des Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin, hat sie Erotikshops abseits großer Städte erforscht.
red





