Der Domberg mit Sankt Marien und Sankt Severi, die Krämerbrücke, das Anger-1-Kaufhaus „Römischer Kaiser“, die Hauptpost am Anger – und das Goethe-Schiller-Denkmal. Eine dieser bekannten Landmarken mag sich nicht so recht ins Bild der Thüringer Landeshauptstadt einfügen. Geht es nach den Designern von Stadt-Silhouetten, gehört das Dichter-Duo der Weimarer Klassik aber ebenso nach Erfurt wie die Domstufen.

Rewe will Gestaltung anpassen – muss das sein?

Denn genau dort verorten sie das im Jahr 1857 in Weimar errichtete Goethe-Schiller-Denkmal. In einer stilisierten Erfurt-Skyline, die unter anderem die Eingangsbereiche des Rewe-Marktes am Hirschgarten und des Dorint-Hotels am Theaterplatz ziert, stehen die Dichter nicht etwa vor dem Deutschen Nationaltheater, sondern am Fuße der Domstufen.

Zugegeben: Im alltäglichen Trubel wird der kleine Fauxpas kaum jemandem auffallen. Wer aber einen Moment innehält, erkennt eindeutig die unverwechselbare Silhouette des Denkmals. Es ist nicht etwa der Schattenriss des Erfurter Luther-Denkmals, nein, es sind die beiden Dichter-Götter.

Goethe Schiller bei Rewe
Finde den Fehler: Dies ist ein Ausschnitt der stilisierten Erfurt-Skyline im Eingangsbereich des Rewe-Marktes am Hirschgarten. Zwischen Dom und Römischem Kaiser thronen Goethe und Schiller.© Funke Medien Thüringen | Casjen Carl

Nachgefragt bei der Rewe-Pressestelle: „Die Wandgestaltungen erstellen unsere Dienstleister nach vorgefertigten Vorlagen. Die angesprochene Variante ist augenscheinlich fehlerhaft, es war bis dato leider niemandem aufgefallen“, teilt eine Sprecherin mit und fügt hinzu, dass die Dekoration in Kürze angepasst werden soll.

Lesen Sie auch

Aber müssen der Herr Geheimrat und der Freiheitspoet nur der Ordnung halber wirklich vom Sockel gestoßen werden? Denn bekanntermaßen war Johann Wolfgang von Goethe im Laufe seines Lebens überall. Nach Erfurt reiste er regelmäßig, wohnte und arbeitete in der Stadt, die er liebevoll das „thüringische Rom“ taufte. Auch Friedrich Schiller weilte mehrmals in Erfurt. Im Haus Dacheröden verlobte er sich mit Charlotte von Lengefeld. Und er genoss den gesellschaftlichen Austausch im Kreise des Mainzer Statthalters Karl Theodor von Dalberg.