Kultur direkt in den Alltag der Menschen zu bringen, abseits etablierter Kulturorte, improvisiert und spontan, ist das Ziel, das die Erfurter Kulturdirektion mit dem Jahresthema „Kulturortswechsel“ verfolgt. Ein deutlich hörbares, wenn auch nicht auf den ersten Blick sichtbares Ergebnis dieser Förderung ist das „Strandgut“, das an den Samstagen im August unter der Trommsdorffbrücke stattfindet. Noch am 22. und 29. August, jeweils von 14 bis 22 Uhr, sorgen lokale DJs für schnelle Beats und harte Bässe.
Bühne am Schmidtstedter Ufer sorgte schon 2014 für Aufsehen
Am vergangenen Samstag legten unter anderem DJ Najan, Radikarlaaa und Carlymora auf. Ein bunt gemischtes Publikum genoss den ungewöhnlichen Veranstaltungsort am kühlen Schmidtstedter Ufer. Wirklich improvisiert und spontan war der Outdoor-Gig unter der Brücke freilich nicht, im Gegenteil: Die Aktion ist über Monate geplant worden, wie Jake Flamma berichtet.

Der Stadtrat der Linken arbeitet als Agent für hiesige DJs und ist eng in der Erfurter und Thüringer Kulturszene vernetzt. „Viele suchen in Erfurt nach offenen Kulturplätzen, die nicht der Lutherstein sind“, sagt er. Die Idee, den Flutgraben für Kultur und Freizeit zu nutzen, ist nicht neu. Unter dem Namen „Strandgut“ wurde bereits vor mehr als zehn Jahren der Versuch gestartet, unter der Trommsdorffbrücke eine kleine Stadtoase zu schaffen. Im Sommer 2014 bestach die Stelle als ungewöhnlicher Veranstaltungsort im Rahmen der Fête de la Musique. Doch das Vorhaben schlief ein.
Trotz Bürokratie viel Unterstützung für das Projekt
„Genau das wollen wir wieder aufnehmen. Die vier Veranstaltungen dieses Jahr sollen ein Testballon sein. Im Anschluss sammeln wir Feedback. Unser Ziel ist es, das Strandgut als Kulturort zu etablieren“, so Jake Flamma. Für den laienhaften Betrachter wirkt das DJ-Set unter der Brücke so, als sei es mal eben schnell hingestellt worden. Dabei liegen viele Absprachen hinter den Organisatoren um Jake Flamma.
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Als im April die Zusage für eine Förderung seitens der Stadt kam, wurde ein umfassendes Konzept für den Brücken-Rave eingereicht, erarbeitet von erfahrenen Veranstaltungsplanern und Landschaftsarchitekten, inklusive Lageplan. Bei Ortsterminen wurde geklärt, wie die Besucher sicher zum Ort des Geschehens gelangen, welche Beschilderung es braucht, wo Absperrungen nötig sind, wie laut es sein darf, woher der Strom kommt, wie die Feuerwehr im Falle des Falles herankommt und so weiter.
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Trotz der Bürokratie lobt Jake Flamma die Stadtverwaltung für ihre Offenheit gegenüber dem Projekt. Für Freunde elektronischer Musik hebt sich das Strandgut von den bekannten Clubs ab. Für aufstrebende DJs ist es eine niedrigschwellige Spielwiese.







