Als Leiter des Thüringer Polizeihundewesens hat Volker Brandt sich einen Namen gemacht. Mittlerweile genießt der Erfurter seine Pension. Mit seiner Hündin Ella suchte der 63-Jährige nach einer neuen Herausforderung: der Wildschweinsuche. „Die Afrikanische Schweinepest kann von Wildschweinen auf Hausschweine übergehen. Es ist wichtig, dass sich die tödliche Krankheit nicht verbreitet. Mit Hund geht die Suche nach toten Tieren viel schneller“, sagt er.
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Seit drei Jahren trainiert er mit Ella drei bis viermal die Woche – am besten mit Wildschweinschwarten in verschiedenen Verwesungsgraden. Prüfungsbereit sei sie noch nicht – die einzige ausgebildete Wildschweinsuchhündin im Bundesland bleibt somit ihre Mutter. Bei einer Vorführung auf dem Sommerfest im Tierheim Stotternheim, am Samstag, 22. August, konnten die beiden dennoch begeistern.
Anregung stammt von den Besuchern des Vorjahres
Neben verschiedenen Ständen sorgten insgesamt fünf Vorführungen für ein volles Programm. „Das hatten sich Besucher im letzten Jahr gewünscht“, erzählt Judith Lotthammer, die Leiterin des SWE-Tierheims, die das jährliche Fest gemeinsam mit dem Erfurter Tierheimverein ausgerichtet hat. Die beliebte Wahl zum coolsten bzw. schönsten Hund fiel damit weg. „Das ist sowieso immer schwer zu entscheiden, jeder findet den eigenen Hund am schönsten“, führt sie aus.

Auch Kai Kohlmann, Vorsitzender des „Hundesport Alach e. V.“, hatte sich mit seinem schwarzen Bouvier beim Sommerfest mit einer Vorführung angemeldet. Seit sieben Jahren trainieren die beiden die amerikanische Hundesportart „Rally Obedience (dt.: Rallye- Gehorsam)“. Ziel ist es, dass Hund und Mensch einen Parcours aus Schildern und Hindernissen überwinden und dabei einem bestimmten Schema folgen.
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Besonders sei, dass beide als Team agierten, Leckereien zwischendrin erlaubt seien und der Besitzer auch Hände und Füße einsetze. Wie die ebenfalls vorgeführte „Pfotenharmonie/Curving“, wobei der Hund alleine einen Hindernislauf meistert und vom Menschen mit Gestik und sprachlichen Anweisungen geleitet wird, gehört „Rally Obedience“ in Deutschland zu den unbekannteren Hundesportarten. Selbst Judith Lotthammer hatte zuvor noch nichts davon gehört, sagt sie.
Aktuell besonders viele schwierige Hunde
Bei den zahlreichen Besuchern im Tierheim schien das neue Programm anzukommen. Selbst ein plötzlicher Regenschauer sorgte erwartungsgemäß für viel Bellen, aber nicht für weniger Zulauf. Einzelne Nachfragen zu den Tierheimhunden seien bei der Leiterin bereits eingegangen. Gewöhnlich verschafften sich die Gäste vor Ort einen Eindruck und meldeten sich im Nachhinein noch einmal bei ihr.

Von den 37 betreuten Hunden seien aktuell viele verhaltensauffällig und erforderten Besitzer mit ausreichend Erfahrung. Unter den Besuchern auf Erfurts größtem Tierheimfest waren auch einige, die ihre Vierbeiner hier geholt hatten.







