Morgens 10 Grad und Nebel, nachmittags Badewetter: In diesen Tagen fällt es vielleicht etwas schwer, sich morgens für die richtige Kleidung zu entscheiden. Dafür bietet die Zeit zwischen Sommer und Herbst lohnenswerte Hingucker. So etwa in der Altstadt, am Hirschgarten. In der Eichenstraße hat das Erfurter Garten- und Friedhofsamt schon vor Monaten mit großem Enthusiasmus für Stadtgrün gesorgt. Dieser Tage erhielten die dortigen Palmen durch das Licht und den Morgennebel jedoch noch ein besonders südliches Flair. Im Hintergrund das ehemalige Germania-Kaufhaus, dessen Kuppel in diesem Licht an Gebäude aus dem Morgenland erinnert.
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Übrigens: Zu DDR-Zeiten wurde das prächtige Gebäude auch „Ulbrichts Wucherbude“ genannt. Denn hier fand einer der teuren Delikat-Läden seinen Platz. Die Eröffnung des Kaufhaus-Gebäudes im Jahre 1895 löste in der Tagespresse indes höchstes Lob aus. Es hieß: „Das im Stile der Renaissance aufgeführte Prachtgebäude“ sei „eine neue hervorragende architektonische Zierde der Stadt“ und „der Bau macht nirgends den Eindruck des Massigen, Schwerfälligen, vielmehr entwickeln sich seine edlen Linien bis zum Giebel hinauf in graziöser Leichtigkeit“.

Doch zurück in die heutige Zeit: Auch der Dom war am besagten Morgen noch teils im Nebel versteckt. So mancher treue Marktgänger zückte das Handy für ein Foto. Die erste leichte Buntfärbung mancher Bäume unterstrich das frühherbstliche Flair. Aufgrund der Trockenheit beginnen einige Bäume bereits jetzt, Blätter abzuwerfen, um ihren Wasserhaushalt zu schützen.




