Gefahr auf dem Schulhof: Was als kleine Vertiefung begann, ist nun ein sechs bis sieben Meter langer und etwa ein Meter breiter Spalt. Seit Mittwoch steht ein Zaun drumherum. Davor grenzte monatelang ein weiß-rotes Band den Bereich mitten auf dem Schulhof des Gutenberg-Gymnasiums ab.

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Noch im vergangenen Schuljahr war die Stadtverwaltung von der Schule informiert worden, dass sich die Erde absenke. Übrigens nicht zum ersten Mal. Doch außer einem Band drumherum geschah zunächst nichts. Der Spalt befindet sich unmittelbar vor dem Eingang zur Turnhalle, die nachmittags und abends von zahlreichen Vereinen genutzt wird.

Gutenberggymnasium
Der Spalt ist circa sechs Meter lang und teils bis zu einem Meter breit.© Funke Medien Thüringen | Anja Derowski

„Eigentlich sollte in der letzten Ferienwoche gebaut werden, aber das verzögerte sich“, sagt Arne Ott auf Anfrage unserer Redaktion. Der Leiter des Amtes für Liegenschaften erklärt, was hinter den Absenkungen steckt. Der Grund für die Löcher im Schulhof liege in der besonderen Bauweise dieses Bereichs. Unter einem Teil der Fläche befindet sich die Sporthalle, sodass dort eine massive Stahlbetondecke direkt unter dem Pflaster liegt. Daneben besteht der Untergrund aus normalem, aufgefülltem Erdreich. Genau an diesem Übergang könne es Probleme geben, erklärt er: „Eine massive Stahlbetondecke ist weitgehend starr, während sich angrenzender Boden oder Verfüllmaterial im Laufe der Zeit setzen kann.“

Hohlräume entstehen unter dem Pflaster

Dringt an dieser Stelle Wasser ein, kann es feineres Erdreich auswaschen. Dadurch entstehen unter dem Pflaster Hohlräume – der Belag verliert seinen Halt und sackt ab. Genau das dürfte auch die aktuellen Vertiefungen im Schulhof erklären, so die vorläufige Einschätzung. Die genaue Ursache soll nun im Rahmen einer baulichen Untersuchung geklärt werden.

Ein einfaches Verfüllen der sichtbaren Löcher reicht laut Ott nicht aus, um das Problem dauerhaft zu lösen. Stattdessen muss der Bereich großflächig geöffnet werden, um festzustellen, wie weit die Schäden und möglichen Hohlräume reichen. Geprüft wird dabei auch, ob Arbeiten an der Entwässerung, der Abdichtung oder am Übergang zwischen Stahlbetondecke und Erdreich nötig sind. Erst danach kann der Untergrund fachgerecht wiederhergestellt und eine neue Oberfläche aufgebaut werden.

Gutenberggymnasium
Direkt beim Eingang zur Turnhalle hat sich der Riss gebildet. Im August wurde es durch den Regen noch schlimmer.© Funke Medien Thüringen | Anja Derowski

„Eine rein punktuelle Reparatur würde die Ursache voraussichtlich nicht beseitigen und könnte dazu führen, dass der Belag nach einiger Zeit erneut absackt“, meint Arne Ott. Weil aber die Unfallgefahr erst mal beseitigt werden muss, habe man sich inzwischen doch entschieden, in den kommenden ein bis zwei Wochen notdürftig die Löcher zu flicken.

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„Wir werden das Pflaster öffnen, darunter verdichten, um die Senke zu beseitigen, und wieder schließen“, erklärt er. „Aber langfristig betrachtet werden wir irgendwann den Schulhof gänzlich erneuern müssen.“