In einem großen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Hörsel (Landkreis Gotha) ist am Donnerstagabend, gegen 23.50 Uhr, ein Feuer ausgebrochen und hat vermutlich Schaden im sechsstelligen Bereich verursacht. Das Feuer im Ortsteil Teutleben war am Freitagmorgen noch nicht gelöscht, Feuerwehrleute aus mehreren umliegenden Orten waren im Einsatz. 

Brand Getreidetrocknung Teutleben
Ein Drehleiterfahrzeug am Fuß des Getreidelagers.© Funke Medien Thüringen | Sven-Uwe Völker

Der Brand ist in der Nacht auf Freitag in einer Trocknungsanlage für Getreide entstanden. Betroffen ist das Landwirtschaftliche Zentrum „Hörseltal“. Zunächst habe der Verdacht bestanden, dass auch eines von fünf Silos von den Flammen erfasst wurde. „Das Silo ist daraufhin geleert worden“, schilderte Bürgermeister Florian Seitz, der als Feuerwehrmann selbst im Einsatz war. Konkret: Feuerwehrleute mussten den Mais stundenlang von unten aus der Anlage herausschaufeln.

Allerdings waren die ersten Löschversuche schwierig. Das Öffnen des meterhohen Trocknungsturmes wurde als zu riskant verworfen. Es habe die Gefahr einer Stichflamme bestanden, sagten Feuerwehrleute gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Brand Getreidetrocknung Teutleben
Mit Wasser wird die Wandung gekühlt.© Funke Medien Thüringen | Sven-Uwe Völker

Die weithin sichtbare Anlage ist nach Unternehmensangaben 2019 in Betrieb genommen worden. Zwei Mitarbeiter des Betriebs entdeckten nach Schilderung der Polizei den Brand und versuchten zunächst, ihn eigenhändig zu löschen. Dabei erlitten beide den Angaben zufolge eine leichte Rauchgasvergiftung. Der 23-Jährige und der 27-Jährige kamen zur Untersuchung in ein Krankenhaus.

Die Bewohner Teutlebens wurden aufgrund der Rauchentwicklung aufgerufen, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der brandige Geruch war selbst in einem Kilometer Entfernung wahrnehmbar.

Brand Getreidetrocknung Teutleben
Feuerwehrleute während einer Einsatzpause. Im Hintergrund die metallenen Silos.© Funke Medien Thüringen | Sven-Uwe Völker

Bürgermeister Seitz schilderte, dass zunächst die Feuerwehren Teutleben, Fröttstädt und Aspach ausgerückt seien. Dass nur die Trocknungsanlage hinter einer grünen, turmartigen Wandung und nicht das Lager betroffen gewesen sei, machte den Einsatz einfacher. 

Brand Getreidetrocknung Teutleben
Beißender Brandgeruch verbreitet sich durch diesen Qualm.© Archiv | Sven-Uwe Völker

Die Feuerwehr Hörselgau sei nach einiger Zeit ebenfalls alarmiert worden. Bei Einsätzen wie diesen benötige man häufig eine größere Zahl Atemschutzgeräteträger. Außerdem habe schnell festgestanden, dass der Einsatz viele Stunden dauern würde.

Die Wehrleute hätten zudem Vorkehrungen getroffen, um im Falle einer Staubexplosion oder Verpuffung – wie sie bei solchen Brandlagen vorkommen können – schnell und wirkungsvoll reagieren zu können, schilderte Seitz. Man spreche vom Aufbau einer Riegelstellung. Damit wird das Ziel verfolgt, das Übergreifen von Flammen auf bisher nicht betroffene Gebäude- und Anlagenteile zu verhindern – in diesem Fall die fünf hohen Silos, die das eigentliche Getreidelager darstellen.

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Derzeit vermutet die Polizei einen technischen Defekt als Ursache. Am Freitagnachmittag waren die aktiven Löscharbeiten beendet. Eine Brandwache wurde postiert und sollte bis etwa 19 Uhr vor Ort bleiben.

Der Chef des betroffenen Unternehmens, Jochen Zellmann, verfolgte die Löscharbeiten vor Ort. Er wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Brand äußern.