• Nach seinem Universitätsabschluss in Syrien studiert der junge Mann noch einmal in Deutschland.
  • Er arbeitet als Software-Entwickler und gibt auf verschiedenen Plattformen Deutschkurse.
  • Für die Integration ist die deutsche Sprache sehr wichtig, sagt der 37-Jährige.

Wenn Suliman Abu Ghaida von seinem Lebensweg berichtet, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Fast schon drängt sich der Begriff Ausnahmetalent auf. Der heute 37-Jährige floh vor über zehn Jahren vor dem Krieg und dem Kriegsdienst in Syrien und hat sich und seiner Familie in der Zeit eine Existenz aufgebaut, die auch für deutsche Muttersprachler nicht alltäglich ist.

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Nachdem er die deutsche Sprache erlernt hatte, absolvierte der junge Mann ein duales Studium bei einem großen deutschen Unternehmen, bei dem er noch heute als Software-Entwickler beschäftigt ist. Parallel dazu bringt er über diverse Plattformen und Angebote im Internet anderen Flüchtlingen die deutsche Sprache bei.

Er unterrichtete schon parallel zum Studium

Zugleich hat er einige Bücher zum Thema „Deutsch lernen – Arabisch erklärt“ geschrieben und herausgebracht, die der Prüfungsvorbereitung dienen. Auch unterrichtet er stundenweise andere Migranten in Deutschkursen beim Diakoniewerk Gotha. „Ich habe schon damals in Damaskus neben dem Studium unterrichtet.“ Dass er heute perfekt Deutsch spricht, muss eigentlich nicht erwähnt werden.

Zahlen zu Ausländern im Kreis Gotha

Anzahl: Im Landkreis werden aktuell durch die Ausländerbehörde 14.025 Ausländer betreut, davon 507 Asylbewerber. 1388 Fälle der Duldung sind laut Landratsamt in der aktuellen Bearbeitung.

Herkunft: Die meisten der aus über 100 verschiedenen Staaten kommenden Menschen im Landkreis Gotha stammen aus Polen (2868), Rumänien (2584), der Ukraine (2290) und Syrien (1027). Es folgen Afghanistan (670), Ungarn (299), Eritrea (275) und Litauen (270). Aus Vietnam kommen 222, aus Russland 208 Menschen.

„Der wichtigste Schritt für die Integration ist, dass Flüchtlinge Deutsch lernen, um im Alltag besser zurechtzukommen und die Gesetze zu verstehen“, sagt er. „Ich möchte mithelfen, dass die Integration noch besser gelingt.“

Der ungewöhnliche Weg von Abu Ghaida hat seine Spuren hinterlassen. In Baden-Württemberg, wo er seine ersten Schritte in Deutschland ging, bekam er einen Integrationspreis und wurde nach nur sechs Jahren in Deutschland eingebürgert.

Unsere Zeitung stellt in der Serie „Angekommen“ Flüchtlinge vor. Wir fragen, wo sie heute stehen, wie sie nach Deutschland kamen und warum sie ihre Heimat verließen. Alle Folgen der Serie gibt es hier:

Seine Vorfahren stammen aus Palästina, geboren wurde er in Kuwait. In Syrien studierte er Rechnungswesen. Seine erste Frau kam im syrischen Bürgerkrieg ums Leben, deshalb floh er vor der Einberufung zum Militärdienst. Nach Stationen in Nord- und Südwestdeutschland verschlug es Abu Ghaida nach Gotha. Hier lebt er seit vier Jahren. Zusammen mit seiner Frau Nour (33) hat er seit sechs Monaten mit Adam einen Sohn.

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„Gotha hat alles, was man braucht“, so Abu Ghaida. „Solange ich das Gefühl habe, hier willkommen und sicher zu sein, bleibe ich.“ Er fühlt sich als Teil der Gesellschaft und hat auch einen deutschen Freundeskreis.

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Schade findet er, dass Sprach- und Integrationskurse jetzt nicht mehr so wie bislang gefördert werden. „Ich habe die Kurse damals wirklich gebraucht, um meinen Weg zu gehen. Und inzwischen mehr Steuern gezahlt, als ich damals gekostet habe.“