Streifzug durch die Friedrichrodaer Geschichte

Einen großen Zuspruch erfuhr das Heimatmuseum Friedrichroda am vergangenen Samstag. Zum Internationalen Tag des Museums waren nicht nur die Türen geöffnet, Gäste wurden auch bewirtet und konnten den Liedern von Cora alias Cornelia Glaritz lauschen. Im Museum führten Gudrun und Horst Schütz vom Freundeskreis „Luise Gerbing“ in ihren rund hundert Jahre alten Trachten gemeinsam mit anderen Heimatfreunden durch die Ausstellung.

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Das Friedrichrodaer Museum widmet sich mit seinen Präsentationen besonders dem ersten Friedrichrodaer Kurgast, Friedrich Christoph Perthes, dem Schriftsteller Rudolf Otto Wiemer, dem Erfinder der Mundharmonika, Christian Friedrich Buschmann, sowie dem ersten Badearzt, Dr. Ferdinand Keil. Stücke der ehemaligen Schmiede von 1750, aus dem Schulwesen, der Landwirtschaft und Haushaltsgegenstände vermitteln dem Betrachter ein lebendiges Bild früherer Zeiten. dib

Gotha
Im Landschaftshaus am Schloßberg hält Christian Wagner einen Vortrag unter dem provokanten Titel „Naturschutz ist Rasseschutz“.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Dunkle Wurzeln des Naturschutzes

Wer war Hermann Löns wirklich? Dieser unbequemen Frage widmet sich ein Vortrag am Donnerstag, 28. Mai 2026, um 17.15 Uhr im Forschungszentrum Gotha (Landschaftshaus, Schloßberg 2).

Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, beleuchtet unter dem provokanten Titel „Naturschutz ist Rasseschutz“, wie der verklärte „Heimatdichter“ bis heute unkritisch verehrt wird – obwohl seine Schriften völkisch-rassistische Traditionen mitbegründet haben. Wagner zeigt, wie diese Ideologie die Heimatschutzbewegung prägte und bis in die Gegenwart nachwirkt.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Fake History? Geschichtsmythen unter der Lupe“, die noch bis 15. Juni 2026 an vier Thüringer Orten Halt macht. Veranstaltet wird die Reihe von der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Netzwerk „hist4dem“. Der Eintritt ist frei, anschließend besteht Gelegenheit zur Diskussion. red

Schinkels Erbe in Gotha

Beim 117. Schlossgespräch auf Schloss Friedenstein widmet sich Jacqueline Gabbey einem faszinierenden Kapitel Gothaer Stadtgeschichte: dem Bau des Hoftheaters zwischen 1836 und 1840. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Gothaer Baurat Gustav Eberhard und dem berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel, der als Gutachter maßgeblichen Einfluss auf das Projekt nahm. Schinkel hatte Gotha bereits 1826 als Ort „der schönsten Schloßanlage in den sächsischen Herzogtümern“ gerühmt. Anhand wiederentdeckter Zeichnungen zeichnet Gabbey die Entstehung des Theaters nach – bis zu seiner Zerstörung 1945. Die Referentin ist wissenschaftliche Volontärin an der Friedenstein-Stiftung Gotha. Das Schlossgespräch findet am Donnerstag, dem 21. Mai, um 18 Uhr im Spiegelsaal statt.

Anmeldung bis 19. Mai unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de (begrenzte Plätze). red

Musiksommer Friedrichroda wird eröffnet

Der Musiksommer im Friedrichrodaer Kurpark wird am Freitag, den 22. Mai, um 19 Uhr mit dem traditionellen Parksingen mit der Sängervereinigung Harmonie 1863 eingeläutet. Einen Tag später, am 23. Mai, steht Gerd Bloch, der singende Wirt vom Rensteig, auf der Bühne des Friedrich-Buschmann-Pavillon.