Clown Hajo begeistert auch nach 30 Jahren sein junges Publikum wie eh und je, die Hainichhexe Xenia tollt mit Kindern herum, es fliegen Seifenblasen durch die Luft, ein Stelzenläufer macht Späßchen – das Bad Tabarzer Märchenfest im Kurpark Winkelhof ist eindeutig kinderfreundlich. Und als Hajo eine kurze Pause macht, bekommen Vertreter der Gemeinde am Sonntag, 23. August, auf der Bühne wirklich das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ überreicht. Einen passenderen Ort kann man sich kaum ausdenken.

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Doch das Siegel kann man nicht mit einem Tag voller Klamauk erreichen. Vor gut einem Jahr ist Bad Tabarz in den Verein Kinderfreundliche Kommune e. V. aufgenommen worden. Der Kurort war damit nach Nordhausen die zweite Thüringer Kommune, die sich auf den Weg zur Erlangung des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“ machte.

Aktionsplan mit 21 konkreten Zielen

Grundlage war die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. Bad Tabarz hat sich 21 konkrete Maßnahmen ins Blatt geschrieben, die nun bis zum Sommer 2029 umgesetzt werden müssen.

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Dominik Bär (rechts), Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, übergab Vertretern von Jugendparlament und Gemeindeverwaltung das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Bürgermeister David Ortmann betonte: „Die Entwicklung unserer Gemeinde als kinderfreundliche Kommune ist eine unserer zentralen Aufgaben. Kinder sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Wir wollen alles dafür tun, dass es ihnen gut geht, dass sie lernen und Spaß haben, dass sie sich frei entfalten und gut entwickeln können. Das ist eine Aufgabe für die ganze Gemeinde. Wichtig ist nämlich nicht nur die Infrastruktur – sondern auch die Geisteshaltung.“ 

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Zum Märchenfest trat auch die Jugend- und Kindergruppe des Trachtenvereins Tabarz auf.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, erklärte: „Bad Tabarz zeigt eindrucksvoll, dass die Größe einer Kommune kein Maßstab für die Umsetzung von Kinderrechten ist. Von der Verbesserung der Verkehrssicherheit über vielfältige Beteiligungsformate bis hin zur strukturellen Verankerung der Kinderrechte im Verwaltungshandeln hat die kleinste Kommune, die wir bislang mit dem Siegel ‚Kinderfreundliche Kommune‘ ausgezeichnet haben, einen vielfältigen und überzeugenden Aktionsplan auf den Weg gebracht. Die Energie, Kreativität und Überzeugung, mit der in Bad Tabarz die Umsetzung der Kinderrechte gemeinsam vorangetrieben wird, sind beeindruckend und ansteckend.“

Geplant sind unter anderem mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Das Jugendparlament soll dauerhaft gestärkt werden und ein eigenes Budget erhalten. Zudem sind regelmäßige Kinder- und Jugendbefragungen vorgesehen. Mit Formaten wie „Frag den Bürgermeister“ sollen junge Menschen unkompliziert ihre Anliegen einbringen können. Die Gemeinde setzt sich für eine Öffnung des Schulhofs am Nachmittag ein und prüft zusätzliche Treffpunkte für Jugendliche, unter anderem am Pumptrack, im Wohngebiet Am Mönchhof und im geplanten Jugendzentrum im ehemaligen tegut-Markt.

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Die Gemeinde kann dabei auf einem soliden Fundament aufbauen. Seit 2020 ermöglicht der Freizeitpass Kindern günstige Eintritte ins Tabbs-Bad und Fahrten mit der Thüringer Waldbahn für je einen Euro. Die Bibliotheksnutzung ist kostenlos. Besonders stolz ist Bad Tabarz auf sein Schulessen – 2024 als „Deutschlands bestes Schulessen“ ausgezeichnet. Auch zwei neue Spielplätze und der Pumptrack im Lauchagrund entstanden in den vergangenen Jahren.