Zwischen bunten Regenbogenflaggen und Protestschildern erklingen Songs von Liedermacher Olaf Bessert. Dann setzt sich der Demonstrationszug am Samstagvormittag am Unteren Hauptmarkt in Bewegung.

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Teilnehmende aus ganz Thüringen ziehen gemeinsam durch Gotha, um beim Christopher Street Day (CSD) 2026 für Akzeptanz und Gleichberechtigung einzustehen sowie zu zeigen, dass queere Menschen auch in kleineren Städten sichtbar sind.
Provokante Rufe von Passanten
„Die Zukunft ist queer – und wir sind hier“ lautete das Motto des vierten CSD in Gotha. Mit dabei waren auch Steffi und Heiko aus Leinefelde. Es war bereits ihr 15. CSD in diesem Jahr: „Letzte Woche waren wir in Magdeburg, heute in Gotha und morgen geht es nach Altenburg“, erzählt Heiko. Mit seinen Einhornkostümen zieht das Paar alle Blicke auf sich und steht auch für Fotos gerne bereit.

Mit Beginn der Demonstration mussten aus Sicherheitsgründen jedoch alle Masken abgenommen werden. Wenige Tage zuvor wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft, nachdem nach Angaben des Trägervereins „contra:st e.V.“ Drohungen gegen den CSD ausgesprochen worden waren.
Einhörner, Regenbogen und Protest: Impressionen vom CSD 2026 in Gotha
Zahlreiche Polizistinnen und Polizisten sicherten den Demonstrationszug ab. Abgesehen von einigen wenigen provokanten Rufen von Passanten verlief der CSD insgesamt störungsfrei. Rund 240 Teilnehmende zogen vom Unteren Hauptmarkt über den Neumarkt, die Friedrichstraße und den Schlossplatz wieder zurück in Gothas Zentrum.

Ab und an wurden kurze Stopps eingelegt, unter anderem am Herzoglichen Museum, um Redebeiträge von Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) oder dem Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Gotha, Manfredo Koessl, zu hören.

„Mein Dank gebührt den Menschen, die in Gotha, in Mühlhausen oder in Altenburg einen CSD organisieren“, sagte Schenk und ergänzte: „Das sind wichtige Anker für Menschen, die sich in den kleineren Städten oft nicht gesehen fühlen.“

Koessl machte deutlich: „Ihr seid heute hier, weil ihr tapfer und mutig seid und euch nicht einschüchtern lasst von bestimmten Leuten oder Ideologien. Ich sage: Ihr gehört zu Gotha, denn wir wollen eine Gesellschaft, in der wir alle inbegriffen sind.“

Auf ein Straßenfest wurde in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen verzichtet. Dennoch bot der CSD Raum für Austausch und Dialog.
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Neben dem „Bündnis gegen Rechts. Gotha ist bunt.“ war unter anderem auch der Verein „Vielfalt Leben – QueerWeg Verein für Thüringen“ vor Ort und informierte über seine Projekte. Dazu gehört zum Beispiel das queere Zentrum Erfurt als Ort für Beratung, Bildung Begegnung. Zudem wird derzeit thüringenweit eine Umfrage zum queeren Leben in Thüringen durchgeführt. Die Teilnahme ist noch bis zum 31. September möglich.
































