Von welcher Anhöhe hat Fotograf Tino Zippel, stellvertretender OTZ-Chefredakteur, wohl dieses Motiv eingefangen? Ist es der Sonnenauf- oder der Sonnenuntergang, dessen Farben sich in einer Wasseransammlung auf dem Wiesencenter spiegeln? Seit Montag läuft die sechste Ausstellung mit Zippels Bildern in der Goethe Galerie und macht den Einkaufsbummel zu einer Entdeckungsreise durch Jena. 30 Motive, die die Stadt von ihrer schönsten Seite zeigen, sind hier bis zum 25. Oktober zu sehen.
Versteigerung der Bilder hilft Hospizfinanzierung
Centermanager Michael Holz findet die Ausstellung „sensationell“. „Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert von der Idee dieser Ausstellung“, sagt er. Nicht nur, weil die Besucher der Goethe Galerie die Bilder mögen und vor den großformatigen Exponaten verweilen, sondern auch, weil mit der Ausstellung der gute Zweck verbunden wird.

Jedes Jahr werden die gezeigten Fotografien versteigert. Der Erlös kommt dem stationären Hospiz zugute. Der Finanzvorstand der Hospiz- und Palliativ-Stiftung Jena, Volker Gühne, sagt, für eine auskömmliche Finanzierung des Hospizes sei substanzielle Unterstützung durch Spenden nötig, denn fünf Prozent der Gesamtkosten muss das Hospiz über Spenden finanzieren. Die Ausstellung sei zu einer wichtigen Konstante geworden, so Gühne. Er sei sehr dankbar für die Bilder-Aktion, die dazu beitrage, dass das Hospiz seine Arbeit weiter leisten könne.
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In den vergangenen Jahren habe es bei den Versteigerungen der Ausstellungsbilder einige besonders beliebte Fotografien gegeben, darunter war beispielsweise das Bild einer historischen Straßenbahn, aber auch Bilder vom neuen Stadion riefen großes Interesse bei den Auktionsteilnehmern hervor. Beide Motive findet man auch diesmal wieder in der Ausstellung. Die Straßenbahn feiere im Jahr 2026 schließlich ihr 125. Jubiläum, da dürfe sie in der Ausstellung nicht fehlen, fand Tino Zippel. Auch die Ad-hoc-Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld wurde wieder auf besonders schöne Weise im Bild eingefangen. Diesmal fügt sie sich ein in den Panorama-Blick auf das Paradies, wobei eine orangefarbene Sonne über dem Forst leuchtet.
Zippels Werke reisen bis nach Berlin
Auch den ersten Sonnenuntergang des Jahres 2025 hat Zippel über Zwätzen eingefangen. Geduld brauche es, um das perfekte Bild zu schießen. Für das Foto, auf dem Blitze über dem Fuchsturm durch den Himmel zucken, hat Zippel etwa eine Dreiviertelstunde verharrt. „Um so ein Bild aufzunehmen, muss das Gewitter etwas entfernt sein“, erklärt er. Die Blitze seien etwa über der Saaletalsperre entstanden, schätzt Zippel, doch auf dem Bild wirke es, als ob die sich Elektrizität direkt über Jena entlade.

Für Michael Holz gibt es in der diesjährigen Ausstellung einen klaren persönlichen Favoriten: die Dampflok, die durch Jena schnauft, im Hintergrund der Jentower. Dafür, so vermutet Holz, werde es sicher einige interessierte Bieter bei der Auktion geben. Die Fotografien aus den vergangenen Jahren haben bei verschiedenen Privatpersonen, Unternehmen oder Arztpraxen ihr neues Zuhause gefunden. Auch in München sei ein Bild untergekommen und ein in Berlin lebender Jenenser transportiere gar eines der großformatigen auf Alu-Debond gedruckten Fotos im Zug bis Berlin, sagt Tino Zippel. Ob es dort auch wirklich heil angekommen ist, sei nicht bekannt.

Für den Transport der Bilder sei unter Umständen ein größeres Fahrzeug nötig, sagt Zippel, gerade für die Panoramabilder mit drei Metern Breite. Da diese großformatigen Fotos auch nicht in alle Wohnungen passen, habe man in diesem Jahr erstmals drei kleinere Formate in die Ausstellung und die Versteigerung genommen. Sie haben die Größe 1 Meter mal 70 Zentimeter und 50 mal 70 Zentimeter und sollen diejenigen Interessenten ansprechen, die eher begrenzte Wandflächen zur Verfügung haben.
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Zur Ausstellung gehört wie in jedem Jahr eine parallel laufende Kalenderaktion: 13 der gezeigten Bilder sind als Kalendermotive erhältlich. Von jedem verkauften Kalender wird ebenfalls ein Spendenanteil an das Hospiz fließen. Den Kalender für das Jahr 2026 kann man beispielsweise direkt in der Thalia in der Goethe Galerie erwerben.
Bilder ersteigern
Alle Bilder der Ausstellung ausbelichtet auf Alu-Dibond werden meistbietend zugunsten des Jenaer Hospizes via Ebay versteigert. Die Fotografien sind größtenteils in den Größen 1,80 Meter mal 1,10 Meter zu haben. Vier Panoramabilder sind 3 Meter breit und 1, 10 hoch und neu sind drei kleinformatige Bilder von 1 Meter mal 70 Zentimeter und ein Hochformat von 50 mal 70 Zentimetern.
Versteigert werden die Bilder auf Ebay ab Freitag, 10. Oktober. Täglich werden sieben bis acht Bilder zur Versteigerung freigegeben. Die Auktionen enden von Montag, 20. Oktober, bis Donnerstag, 23. Oktober, gestaffelt. Alle Informationen hierzu gibt es ab Freitag unter www.otz.de/auktion. Hier kann man sich auch die Motive alle noch einmal ansehen.
Zur Kalenderaktion
Zwei Euro für jeden verkauften A2- und A3-Kalender sowie ein Euro für jeden verkauften A5-Kalender fließen an das stationäre Hospiz in Jena. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen unter Berücksichtigung des Finanzierungsanteils der Pflegeversicherung 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten eines stationären Hospizes. Den Rest muss das Hospiz durch Spenden zusammentragen.
Den Kalender gibt es in drei Formaten: A5 (8,50 Euro), A3 (14,90 Euro) und A2 (21,90 Euro) im Pressehaus am Holzmarkt 8 in Jena oder unter www.lesershop-thueringen.de sowie bei Thalia in der Neuen Mitte und der Goethe-Galerie und voraussichtlich ab November auch in einigen Rewe-Filialen der Stadt.
Ein Gewinnspiel zur Ausstellung ist hier zu finden.





