Zum Bus oder zum Zug sprinten und hoffen, dass man ihn noch erwischt, das kennen wohl die meisten Pendler. Wie muss es sich aber anfühlen, wenn dabei nicht nur der eigene verspätete Arbeitsbeginn auf dem Spiel steht, sondern auch der von über hundert anderen Menschen? Diese Frage stellte ich mir wohl nicht als einzige am Montagmorgen auf meinem Weg nach Jena.
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Als treue und leidgeprüfte Bahnkundin kenne ich die Verspätungsgründe in- und auswendig, sowie wichtige Unterschiede, wie den zwischen „Personenschaden“ und „Personen im Gleis“ (bei ersterem geht es meist um tragische Suizide, bei letzterem viel zu oft um unbeaufsichtigte Kinder).
Lokführer verspätet sich auf Fahrt nach Jena
Doch dass der Lokführer zur Abfahrt noch nicht da ist, das hört man wirklich selten. Ganze 30 Minuten verspätete er sich am Erfurter Bahnhof, was zumindest zu einem kollektiven, morgendlichen Schmunzeln führte – das soll doch auch gesund sein. Einige Mitfahrenden entschieden sich nach 20 Minuten in den IC umzusteigen, der pünktlich abfahren sollte. Allerdings zeigte ein Blick in die DB App, dass das bei der Fahrt nach Jena auch nicht weiterhelfen wird: Der IC endet außerplanmäßig in Weimar. Bei der Bahn kommt eben immer alles auf einmal.
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Zur Rettung seiner Ehre gehe ich fest davon aus, dass unser Lokführer aus einem verspäteten Zug zu uns umsteigen musste und uns nur deshalb warten gelassen hat. Es gibt viele strukturelle Probleme für die Verspätungen der Bahn – zu wenig Bemühungen seitens der Mitarbeiter gehören nicht dazu.

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So gerne ich auch Zug fahre, ich bin doch recht froh, meine Überstunden nicht regelmäßig in einem Zug zu verbringen, der wegen einer Weichenstörung oder spielenden Kindern festsitzt, und das auch noch wütenden Fahrgästen erklären zu müssen. Dass meine Verspätungen höchstens einen Chef und nicht Hunderte erzürnen können, kommt beruhigend hinzu.









