„Was meint ihr, könnte das eines Tages wieder geschehen? Und wenn ja, was könnte man denn dagegen tun?“. Die Jugendlichen blicken sich ratlos an und beginnen dann zögerlich zu reagieren. „Ich kann mir schon vorstellen, dass das wieder mal passieren kann.“ Ein anderer: „Ich denke, dass es passieren wird.“

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„Und was kann man tun?“. Eine aus der Runde: „Man müsste es diplomatisch versuchen.“ Und eine andere meint: „Wenn, dann müssten ganz viele etwas machen, und nicht nur einzelne.“ Dieser Wortwechsel ereignete sich bei einer Gesprächsrunde mit Konfirmand*innen über die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ein Gast berichtete dabei den Jugendlichen von seinen Erfahrungen aus dieser Zeit, von dem, was er selbst in Berlin erlebte.
Den Sprung in Richtung Frieden wagen
Was kann man tun, angesichts dieser Schrecken von damals? Was können wir tun angesichts der Schrecken von heute? Eines ist für mich jedenfalls klar: Wir können nicht vor ein Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege treten, Kränze niederlegen und aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft still gedenken und unsere Gegenwart außer Acht lassen. Und man kann auch nicht Kriegsopfer zu Kriegshelden umdeuten. Krieg kennt keine Helden und keine Sieger, nur Leid.
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Was kann man denn konkret tun? Damit etwas passiert, muss man selbst, jeder und jede Einzelne von uns, einen Sprung wagen. Dieser Sprung ist so schwer, dass er an Utopie grenzt. Aber ohne ihn geht es nicht. Wir müssen den Sprung wagen, bei uns selbst anzufangen. Das bedeutet, den Glauben an den Erfolg gewaltsamer Konfliktlösungen fallen zu lassen und tatsächlich zu schauen, wo kann ich selbst etwas für den Frieden tun. Das heißt noch lange nicht, dass Frieden wird. Aber das ist das, was wir tun können.
Jesus fasst zusammen, was den Menschen zum Heil verhelfen wird. Er sagt: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Das ist der Weg ins Reich Gottes“.
Auch die Kirche hat zu Kriegen beigetragen
Es ist nicht entscheidend, wie man zum Glauben steht. Aber diese Haltung, die hier von Jesus Christus gewürdigt wird, folgt einer bestechenden Logik: Frieden wird nur, wenn man Frieden macht. Auch die Religionen haben da vieles versäumt, wenn sie in der Geschichte nicht sogar selbst Kriege angezettelt haben. Für mich und meine Kirche bitte ich um Vergebung. Die aktuellen großen Konflikte in der Welt werden viel diskutiert. Menschen fordern Friedensverhandlungen und diplomatische Lösungen. Aber die Art, wie zum Teil polemisch und polarisierend, geradezu aufhetzend darüber debattiert wird, ist beschämend, beängstigend, schockierend. Wer Frieden will, muss Frieden machen. Und der muss bei sich anfangen.
Ich habe es den Konfirmand*innen gesagt und es ist meine tiefste Überzeugung: Der Frieden beginnt bei uns. Jetzt. Hier. Heute auch, am sogenannten Volkstrauertag, wo wir über Frieden nachdenken und für ihn beten.







