Die Beschäftigten am Universitätsklinikum Jena (UKJ) beteiligen sich am Dienstag, 27. Januar, am bundesweiten Branchenstreiktag im Gesundheitswesen. Sie versammeln sich ab 6 Uhr vor dem Klinikum und ziehen ab 8 Uhr in einer Demonstration durch Lobeda-Ost und Lobeda-West, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi. Die Streikenden sammeln sich ab 6 Uhr vor dem Universitätsklinikum, gegen 8 Uhr startet der Demonstrationszug, so Verdi.

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„Die Arbeitgeber lassen am Verhandlungstisch jegliche Wertschätzung für die Leistung der Beschäftigten vermissen“, sagt Teresa Gärtner, zuständige Gewerkschaftssekretärin für das Universitätsklinikum Jena von Verdi. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder habe auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein verbindliches Angebot vorgelegt. „Die Arbeitgeber tragen deshalb die volle Verantwortung für die Ausweitung der Warnstreiks“, so Gärtner.

Hunderte Menschen machen in Jena Druck auf ihre Arbeitgeber: Die Fotos und ein Video vom Warnstreik

Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Einen Warnstreik von Beschäftigten des Universitätsklinikums, der Friedrich-Schiller-Universität, der Ernst-Abbe-Hochschule, des Studierendenwerks Thüringen sowie von weiteren Verwaltungen hat es am Mittwoch in Jena gegeben.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Warnstreik Ernst-Abbe-Platz Jena
Zu einer „aktiven Mittagspause“ hatten sich auf dem Ernst-Abbe-Platz über 300 Menschen versammelt.© Funke Medien Thüringen | Julia Hübner
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Zum Warnstreik aufgerufen hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Philipp Motzke-Bohn und Teresa Gärtner von Verdi begründeten den Schritt mit einer enttäuschenden ersten Verhandlungsrunde in der Tarifrunde der Länder, bei der die Arbeitgeber die Forderungen nach mehr Geld für die Beschäftigten zurückgewiesen hätten.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Verdi fordert sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, 200 Euro mehr für Auszubildende sowie deren unbefristete Über­nahme.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
In mehreren Redebeiträgen – hier eine Krankenschwester des Universitätsklinikums – wurde auf die Anliegen der Beschäftigten hingewiesen: Diese hätten wie alle anderen Menschen mit steigenden Preisen im alltäglichen Leben zu kämpfen. Hinzu komme eine hohe Arbeitsbelastung.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Die studentischen Beschäftigten an der Uni kritisierten wiederum die prekären Arbeitsverhältnisse, die es oftmals gebe.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Zwei Rednerinnen forderten deshalb deutliche Verbesserungen für die Betroffenen.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Zudem machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Warnstreiks klar: Wir halten im Arbeitskampf zusammen.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Die Solidarität gelte auch den Beschäftigten in den Mensen. Allerdings lief in der am Ernst-Abbe-Platz die Mittagsversorgung normal, viele Studierende beobachteten den Protest von den Fensterplätzen aus. © Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Unterstützung für den Warnstreik gibt es von der „Kampfente“ von Verdi.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Gemeinsam mit ihr wurde ein Videogruß für Beschäftigte in Weimar aufgenommen, wo es demnächst einen Warnstreik geben soll.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt
Streik Jena Ernst-Abbe-Platz
Auch in Jena soll es weitere Aktionen geben, wenn die Verhandlungen mit den Arbeitgebern weiterhin keine Einigung bringen, hieß es abschließend.© Funke Medien Thüringen | Marcus Voigt

Mehr Geld für Beschäftigte am Universitätsklinikum Jena gefordert

„Die Beschäftigten in Universitätskliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen sorgen unter schwierigen Bedingungen dafür, dass kranke Menschen rund um die Uhr gut versorgt werden. Das muss anerkannt werden – auch finanziell“, sagt Andreas Keitel, Krankenpfleger am Klinikum. Verdi fordert sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro, mehr Geld. Zudem sollen die Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten, zum Beispiel nachts, um 20 Prozentpunkte erhöht werden. Für Nachwuchskräfte fordert die Gewerkschaft monatlich 200 Euro mehr sowie die unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung.

„Die Bezahlung in den Ländern muss Anschluss halten an die Tarifentwicklung in anderen Bereichen. In den Universitätskliniken werden die schwierigsten Fälle behandelt, sie leisten Spitzenmedizin. Doch die Beschäftigten sollen weniger verdienen als in den kommunalen Krankenhäusern – das passt nicht zusammen“, sagt Andreas Keitel.

Auch die Debatte um die Arbeitszeitgerechtigkeit in Ost und West sei ein wichtiges Thema. Nach fast 36 Jahren Einheit sei es unverständlich für die Beschäftigten, dass an den Universitätskliniken im Osten anderthalb Stunden mehr die Woche gearbeitet wird.

Klinikbetrieb wird laut Verdi deutlich eingeschränkt sein

Die Beschäftigten des UKJ würden ihren Unmut mit einem Warnstreik und öffentlichen Protesten äußern. Der Klinikbetrieb werde an diesem Tag deutlich eingeschränkt sein, die Versorgung von Notfällen werde zu jeder Zeit gewährleistet. „Die Beschäftigten der Krankenhäuser streiken verantwortungsbewusst, niemand wird wegen des Warnstreiks zu Schaden kommen“, so Philipp Motzke-Bohn von Verdi. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt, heißt es.