Die Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH hat zu Wochenbeginn einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Damit soll die finanzielle Struktur des Unternehmens neu geordnet und die Zukunft des Standorts gesichert werden. „Wir sind unternehmerisch auf dem richtigen Weg, werden aber in Zukunft mehr Wachstum erreichen müssen“, wird Geschäftsführer Daniel Jeschonowski in einer Mitteilung zitiert.

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Das Amtsgericht Gera habe Rechtsanwalt Thomas Jacobs zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er ist Partner in der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner. Jacobs und habe bereits erste Gespräche mit Geschäftsführer Daniel Jeschonowski und dem Betriebsratsvorsitzenden Stefan Schau geführt. Die Mitarbeiter seien in einer Betriebsversammlung informiert worden.
Insolvenzantrag soll Porzellanmanufaktur stabilisieren
Als Grund für den Insolvenzantrag nennt die Porzellanmanufaktur die wirtschaftliche Verunsicherung. Die Messe- und Ordersaison laufe deutlich schwächer als erwartet. Im Gastronomiebereich spüre man eine Kaufzurückhaltung. Auch die erneut stark gestiegenen Energiepreise – zuletzt durch den Iran-Krieg – belasten das Porzellanunternehmen.
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Die 120 Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Kunden und Geschäftspartner sollen wie gewohnt beliefert werden. Das Unternehmen betont zudem, es nehme neue Aufträge an und führe diese aus. „Für uns ist klar: Wir wollen, dass Kahla weiter produziert. Die Mannschaft steht zusammen und arbeitet jeden Tag dafür, dass Aufträge rausgehen und Kunden zufrieden sind“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Stefan Schau. Die Belegschaft wolle mitziehen, damit der Standort Kahla eine Zukunft hat.
Der Porzellanmarkt vom 7. bis 12. April soll wie geplant stattfinden, um das Porzellan der Marke „Made in Germany“ zu präsentieren.
Nach Insolvenz im Jahr 2020 übernahm Jeschonowski
Für viele langjährige Mitarbeiter ist es nicht die erste Insolvenz. Im Frühjahr 2020 musste der langjährige Geschäftsführende Gesellschafter Holger Raithel einen Insolvenzantrag stellen, nachdem das damals unter Kahla/Thüringen Porzellan GmbH geführte Unternehmen in wirtschaftlich schlechte Fahrwasser geriet.
Jeschonowski übernahm die traditionsreiche Porzellanmanufaktur und strukturierte sie um. Im November 2025 sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion, für das kommende Jahr eine schwarze Null anzustreben. Allerdings müssten auch dringend notwendige Investitionen in das Werk getätigt werden.
kad





