„Es war ein Kampf“, erinnert sich Ingolf Weidlich zurück. Gut 30 Jahre ist es her, als er 1992 als Organisator das erste Wagnergassenfest in Jena auf die Beine gestellt hat. Damals war hier noch keine Fußgängerzone, es fuhr noch ein Bus durch die Wagnergasse. Deswegen braucht es für das eintägige Fest auch eine Sondergenehmigung. „Wir wollten auch zeigen, wie schön es wäre, wenn hier eine reine Fußgängerzone wäre“, sagt Weidlich.

Wagnergassenfest Jena
Die Vorfreude auf das bevorstehende Wagnergassenfest ist bei Vanessa König (von links) vom Kabuff, Ingolf Weidlich, Johannes Haschke vom Daheme, Citymanagerin Katja Eisenschmidt und Hanna Schmidt von der Landeskirchlichen Gemeinde Jena groß.© Funke Medien Thüringen | Chiara Schönau

Die Jenaerinnen und Jenaer wissen: Dieser Kampf war am Ende erfolgreich, denn heute dürfen nur noch Fußgänger durch die kleine Straße laufen. Gleichzeitig hat sich das Wagnergassenfest als jährliches Straßenfest etabliert. Am Samstag, 9. Mai, ist es wieder so weit und die nächste Ausgabe findet statt. Los geht es ab 12 Uhr und Besucherinnen und Besucher erwartet bis 23 Uhr ein buntes Programm für Jung und Alt.

Kreativmarkt und Mitmachaktionen laden zum Wagnergassenfest

„So gut wie alle Gastronomen sind in diesem Jahr am Wagnergassenfest beteiligt“, sagt Citymanagerin Katja Eisenschmidt von der Initiative Innenstadt. Der ganze Tag wird musikalisch begleitet, den Auftakt machen die Old Time Memory Jazzband vor dem Wirtshaus Daheme und die DJane Merkwürdig auf dem Johannisplatz. Ab dem Nachmittag kann dann zu Salsa-Musik das Tanzbein geschwungen werden.

Wagnergassenfest Jena
Das erste Wagnergassenfest fand in Jena im Jahr 1992 statt. Organisiert hat es damals Ingolf Weidlich.© Ingolf Weidlich | Ingolf Weidlich

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Kreativmarkt, der von 12 bis 18 Uhr zum Stöbern, Ausprobieren und Mitmachen einlädt. Außerdem gibt es ein buntes Programm für die kleinen Besucherinnen und Besucher, unter anderem organisiert von der Landeskirchlichen Gemeinde Jena, bei dem etwa in einem Bobbycar-Parcours gestartet oder sich von einer Hauswand abgeseilt werden kann.

Straßenfest behält seinen besonderen Charakter und Charme

Zwar fährt heute durch die Wagnergasse kein Bus mehr, doch der grundlegende Gedanke des Festes, Sichtbarkeit für die Wagnergasse zu schaffen, gelte noch immer, sagt Ingolf Weidlich. „Innerhalb der Wagnergasse sind wir dank des Festes auch besser vernetzt“, sagt Vanessa König, die mit dem Kabuff ebenfalls am Straßenfest teilnehmen wird.

Wagnergassenfest in Jena
Der Plan für das diesjährige Wagnergassenfest am 9. Mai.© Initiative Innenstadt | Initiative Innenstadt

Doch hat sich das Wagnergassenfest über die Jahre verändert? Nein, sagt der frühere Organisator Ingolf Weidlich. Es gehe darum, sich zu treffen, sich zu sehen und entspannt zusammenzusitzen. „Es ist ein Straßenfest“, sagt er. „Und es wird immer der gleiche Charme bleiben, wie es mal war.“ Die Gasse sei jedes Mal noch genauso voll wie früher.

Das ganze Programm und weitere Informationen zum anstehenden Wagnergassenfest sind online unter www.jena-innenstadt.de/events/ zu finden.