Der wohl beliebteste Teil des Smart-City-Projekts in Jena ist der Probierladen am Engelplatz. Hier können sich Menschen jeden Alters kostenlos von Medienpädagogen zu Fragen rund um Internet, Smartphone und Technik beraten lassen. Seit dem Start im September 2024 wurde das Angebot bereits rund 4700 Mal genutzt – fast 80 Prozent der Besucher waren über 66 Jahre alt.

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Der Probierladen ist ein Baustein des Smart-City-Projekts, eines bundesweiten Förderprogramms zur Entwicklung von Strategien, die die Digitalisierung von Städten voranbringen sollen. Das Projekt läuft in Jena noch bis August 2027. Über eine Gesamtlaufzeit von sieben Jahren erhält die Stadt insgesamt 17,5 Millionen Euro vom Bund – bis Ende 2025 sind rund 37 Prozent davon in konkrete Vorhaben geflossen.

Fortbestand des Probierladens nach Förderung ungewiss

Die Zwischenbilanz fällt positiv aus. Doch mit Blick auf das nahende Projektende – noch etwa ein Jahr und drei Monate Förderung stehen aus – stellt sich zunehmend die Frage: Was wird aus den entwickelten Konzepten? „Wir werden nicht alles weiterführen können, das ist uns bewusst“, sagt Smart-City-Beauftragte Dorothea Prell. Das Ziel sei dennoch, möglichst viele Projekte fortzusetzen.

Für den Probierladen gibt es zumindest politischen Rückhalt. „Es ist Fakt: Den politischen Willen, das Projekt weiterzuführen, gibt es“, sagt Bürgermeister Benjamin Koppe (CDU). „Hinter den Kulissen wird massiv an einer Lösung gearbeitet“, sagt Dorothea Prell. Klar ist aber schon jetzt: In seinem derzeitigen Umfang lässt sich der Probierladen nach Ablauf der Förderung nicht aufrechterhalten. Startete er mit drei Mitarbeitenden, sind es aufgrund der hohen Nachfrage inzwischen vier.

Smart-City-Projekt bringt Digitalisierung in Jena voran

Neben dem Probierladen umfasst das Smart-City-Projekt weitere Bausteine. Kürzlich wurde an drei Stellen in der Jenaer Innenstadt eine Passantenfrequenzmessung installiert, die die Zahl der vorbeigehenden Menschen erfasst. „Einen Großteil der Technik haben wir bereits installiert“, sagt Smart-City-Teilprojektleiterin Heike Stötzner. Ebenfalls Teil des Projektes war das smarte Quartier in Lobeda mit den Gesundheitsappartments des Universitätsklinikums Jena – dieses Teilprojekt ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Für die städtische Digitalwirtschaft relevant ist zudem JEDI, der Jena Digital Innovation Hub am Post Carré: ein Veranstaltungsraum für Akteure aus der Wirtschaft, in dem bis Ende 2025 rund 150 Veranstaltungen mit etwa 3000 Teilnehmenden stattfanden.

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Das Smart-City-Projekt hat es Jena ermöglicht, Konzepte zu realisieren, die ohne diese Förderung kaum so schnell umsetzbar gewesen wären – davon ist Dorothea Prell überzeugt. Gleichzeitig ist klar: Eine vergleichbare Bundesförderung wird es in dieser Form nicht noch einmal geben. „Häufig erstreckt sich eine Förderung über zwei bis drei Jahre“, sagt Prell. Bei Smart City waren es sieben.

Für die Zukunft bedeutet das: Statt viele kleine Konzepte aus einem großen Fördertopf zu finanzieren, braucht künftig jedes Vorhaben einen eigenen Förderantrag. Damit nach dem Projektende kein Stillstand eintritt, wird die Stadt bereits aktiv: „Wir halten schon jetzt die Augen für andere Förderungen offen“, so Dorothea Prell.