Zum Vortrag und der Buchvorstellung „Das Verschwinden des Holocaust“ mit Jan Gerber wird am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr in den Hörsaal 3 am Campus der Friedrich-Schiller-Universität am Ernst-Abbe-Platz eingeladen. „Mit dem Verschwinden der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verändert sich die Erinnerung an den Holocaust: Sie schwindet, und seine Singularität wird zunehmend infrage gestellt. Dabei hatte sich bereits die Erkenntnis von der Besonderheit dieses Verbrechens historisch erst spät durchgesetzt“, heißt es in der Einladung des Lehrstuhls für Sozialpsychologie.

Jan Gerber gehe den Ursachen dieser Entwicklung nach. Die Gedächtnisgeschichte des Holocaust werde mit der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts verbunden. Auf diese Weise würden die aktuellen Debatten über die Bedeutung des Holocaust, sein Verhältnis zu den Kolonialverbrechen und die Politik Israels historisch eingeordnet.

Jan Gerber ist promovierter Politikwissenschaftler und habilitierter Historiker. Seit 2009 arbeitet er am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur-Simon Dubnow. Er ist zudem Honorarprofessor für Neuere und Neueste Geschichte mit Schwerpunkt Moderne jüdische Geschichte an der Universität Leipzig.

Ausstellung wird in der Bücherei eröffnet

Eine Ausstellung zur Dichterin Elke Erb wird am Dienstag, 12. Mai, um 19.30 Uhr in der Ernst-Abbe-Bücherei eröffnet. Diese trägt den Titel „Brustbein Bewusstsein“ und geht in vielfältiger Weise dem Gedicht „Angekommen in Ahrenshoop“ nach. An Wandflächen der Bibliothek im ersten Stock erschließen die Kuratorinnen Catalina Giraldo Vélez, Katherin Gutierrez, Lisa Memmeler und Helmut Hühn Zugänge zu dem poetischen Text und schaffen kreative Anschlussmöglichkeiten für Leserinnen und Leser, heißt es. Zu sehen ist die Schau bis zum 31. Juli.

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Die Ausstellung verdanke sich der Kooperation von Uni Jena, dem Elke-Erb-Archiv der Akademie der Künste aus Berlin, der Literarischen Gesellschaft Thüringen und Jenakultur. Sie sei in Zusammenarbeit der Kuratoren mit Schülerinnen und Schülern der Jenaplanschule Jena, Studierenden des Masterstudiengangs „Literarisches Übersetzen“, dem Team des Theaterhauses Jena und dem Universitätschor entstanden. Im der Bücherei benachbarten Garten Schillers sei ergänzend ein kleines Hörarchiv entstanden. Dieses öffne nebenbei die Literaturgeschichte der DDR.