Zusammenfassung
- Neues Vorsorgeangebot in Mühlhausen und Bad Langensalza
- Das Projekt „Diva“ setzt auf Telemedizin, um Augenerkrankungen bei Diabetes früher zu erkennen.
- Viele Betroffene nutzen bisher die Vorsorge nicht – das soll sich jetzt ändern
In Mühlhausen und Bad Langensalza fiel am 1. April der Startschuss für ein neues medizinisches Versorgungsangebot: In den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Windeberger Landstraße in Mühlhausen sowie im Hufeland-Klinikum in Bad Langensalza hat ein Standort des Projekts „Diva“ seine Arbeit aufgenommen.

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Hinter dem Projekt steht die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT). Mit dem Innovationsfondsprojekt „Digitale Vernetzung in der konservativen Augenheilkunde“ will sie neue Wege der medizinischen Versorgung erproben. Ziel ist es, insbesondere Menschen mit Diabetes einen besseren Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen zu ermöglichen.
„Wir haben uns auf die Ausschreibung beworben – und gewonnen, so wie der ASB in drei anderen Thüringer Versorgungsregionen“, sagt Geschäftsführer Michael Watterott.
Konkret bedeutet das: Derzeit kümmern sich zwei, ab Mai drei Mitarbeiterinnen des DRK im Unstrut-Hainich-Kreis um die Untersuchungen.
Telemedizin entlastet Augenärzte in Mühlhausen und Bad Langensalza
Die Anmeldung erfolgt online über die Seite der KVT (www.kv-thueringen.de/diva); die Untersuchungsergebnisse werden anschließend per Mail übermittelt. „Dass es sich um ein vollkommen digitales Projekt handelt, hat uns an der Ausschreibung gereizt“, so Watterott.
Matthias Streit von der KTV stellt klar: Wer einen Termin will, muss mindestens 18 Jahre alt und an Diabetes erkrankt sein und seinen Erst-Wohnsitz in einem der teilnehmenden Landkreise haben, das heißt im Unstrut-Hainich-Kreis, im Saale-Orla-Kreis, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, in der kreisfreien Stadt Suhl oder im Wartburgkreis.
Kern des Projekts ist eine telemedizinische Lösung: In wohnortnahen Diagnostikzentren werden Aufnahmen des Augenhintergrunds erstellt und anschließend von Fachärzten ausgewertet. Nur bei auffälligen Befunden ist ein zusätzlicher Besuch in einer Augenarztpraxis notwendig. Die Zentren in Mühlhausen und Bad Langensalza sind montags bis freitags besetzt. „Wir sind keine Konkurrenz für die Augenärzte, sondern eher eine Entlastung und arbeiten mit ihnen zusammen, weil sie die Befunde liefern“, sagt Watterott.
Viele Diabetiker verpassen empfohlene Augenuntersuchungen
Hintergrund ist, dass bislang nur ein Teil der betroffenen Diabetes-Patienten die empfohlenen Untersuchungen wahrnimmt. Nicole Rudolph weiß: Diabetes kann das Auge schädigen, lange bevor Beschwerden auftreten. Eine regelmäßige Kontrolle hilft, eine diabetische Retinopathie frühzeitig zu erkennen und das Sehen zu erhalten, erklärt sie.
Die 50-Jährige arbeitet seit vielen Jahren in einer endoskopischen Praxis in der Region, kennt also kameragestützte Untersuchungstechniken, und wechselte mit Monatsbeginn aus dem Hausnotruf-Team des DRK ins „Diva“-Team. Derzeit erhalte thüringenweit mehr als die Hälfte der Betroffenen keine leitliniengerechte augenärztliche Vorsorge.
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Wissenschaftlich begleitet wird „Diva“ über die nächsten zwei Jahre durch eine Arbeitsgruppe am Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena.








