Ob Mitmach-Veranstaltungen, Nachwuchskonzerte oder Jazz: Die 28. Michael-Praetorius-Tage in Creuzburg boten gleich etliche Lösungsvorschläge, wie alte Musik interessant bleiben kann.

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Den Auftakt gab es mit einem Konzert in der Nikolaikirche. Die Ensembles Brassamezzo und Fidelrunde Bundweis‘ aus Eisenach spielten jedoch nicht nur Werke von Praetorius. Auch solche von Zeitgenossen wie Heinrich Schütz waren dabei.

Abendliedersingen Creuzburg
Den Auftakt fürs Festwochenende hatte es mit dem Eröffnungskonzert in der Nikolaikirche gegeben. Übertitel: „Die beste Zeit im Jahr ist mein“.© Dirk Lorenz-Bauer | Dirk Lorenz-Bauer

Pilgerreise mit deutschen Liedern

Mit geistlicher Musik bildete das Nachtkonzert in der Liboriuskapelle einen Kontrast zur Eröffnung. Thomas Friedlaender aus Dresden nahm die Anwesenden mit auf eine Pilgerreise, mit deutschen Liedern, Pilgergesängen und Instrumentalstücken aus der Zeit um 1500. Im Gepäck hatte er Zink, Glockenspiel, Trommeln und seine Stimme.

Schüler der Musikschule Johann Sebastian Bach spannten am zweiten Tag den zeitlichen Bogen von Praetorius zu Telemann und Bach.

Praetorius-Tage in Creuzburg
Die „Satyr‘s Band“ aus Basel beeindruckt die Gäste mit der Gegenüberstellung von Praetorius‘-Originalstücken und eigens für die Festtage komponierten Jazz-Interpretationen.© Joachim Preß/Joachim Preß | Joachim Preß

Praetorius-Kosmos weitergedacht

Mit anderen Möglichkeiten, den Praetorius-Kosmos weiterzudenken, wurde in diesem Jahr experimentiert. Eine davon: Jazz. Dafür war die Satyr’s Band aus Basel angereist – halb historisches Ensemble, halb Bigband. Wie Praetorius mit Saxophon und E-Gitarre funktioniert, machte Gitarrist Moritz Sembritzki vor. Die Gruppe sang einen Hymnus, Sembritzki führte die Melodie spontan fort. Schließlich kamen die anderen Musiker mit einer von Sembritzki komponierten Begleitung dazu.

Praetorius-Tage in Creuzburg
Der traditionelle Morgengruß am geschmückten Michael-Praetorius-Denkmal vor dem die Festtage abschließenden Festgottesdienst.© Joachim Preß/Joachim Preß | Joachim Preß

Bedeutender Musiktheoretiker

Michael Praetorius wurde im in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Creuzburg als Pfarrerssohn geboren. Sein Schaffen ist von großer Bedeutung für den deutschen Protestantismus. Praetorius gilt als bedeutender Musiktheoretiker seiner Zeit.

Praetorius-Tage in Creuzburg
In der Interpretation von Telemanns „Don Quichotte Suite“ durch das Zupfensemble der Musikschule Johann Sebastian Bach wird Quichottes Kampf gegen die Windmühlen für die Zuhörer musikalisch lebendig.© Joachim Preß/Joachim Preß | Joachim Preß

Wunsch für die Zukunft

Zwischen den Konzerten gab es einige kostenlose Veranstaltungen. Zum Beispiel das Abendliedersingen auf der Werrabrücke, die Kaffeetafel auf der Creuzburg oder den Morgengruß am Praetorius-Denkmal.

Mit dem Umfang an Angeboten und dem Ablauf des Festivals sei man wie jedes Jahr sehr zufrieden, so Joachim Preß von der Praetorius-Gesellschaft. Für die Zukunft wünsche man sich noch mehr Besucher, allen voran junge Menschen.