
Fünf fröhliche Damen in Sommerkleidern und ein Herr mit Zylinder auf dem Kopf schauen aus dem offenen Faltdach eines Busses. Im Hintergrund ein Berg. Die Schwarz-Weiß-Fotografie verheißt Idylle. Eine Welt mithin, die noch in Ordnung war, wie manch Zeitgenosse heute wohl meinen würde . . .
1926 legte Artur Göthling in Eisenach los
Indes: So hoch hinaus sollen die Gedanken bei diesem Jubiläum gar nicht fliegen. Vielmehr geht‘s ums Lokale, ums Bodenständige, eben um ein in Eisenach weithin bekanntes Unternehmen. Dessen Anfänge reichen nunmehr 100 Jahre zurück. Das wiederum lässt zurückkommen auf den Mann mit den fünf Frauen im Bus. – Artur Göthling heißt der Glückliche. Er nämlich war es, der im Jahre 1926 in Eisenach zunächst einen Fuhr- und Droschkenbetrieb gründete, dessen Standort sich in der Weimarischen Straße befand. Die Firma nebst Tankstelle betrieb er gemeinsam mit seinem Bruder Erich.

Enkelin des Gründers heute an führender Position
All das erzählt Susanne Göthling, die Enkelin. Sie gehört zum Leitungsteam des gleichnamigen Autohauses, das sowohl einen Standort An der Feuerwache (Volkswagen) als auch einen im Gewerbegebiet Hötzelsroda (Audi) hat. Insgesamt 80 Mitarbeiter gehören zum Team. In diesem arbeitet auch Vanessa Stöhr. Die 28-Jährige ist als Service-Beraterin nah an den Kunden dran, nimmt deren Fahrzeuge entgegen, falls diese mal in die Werkstatt müssen. Dass Vanessa Stöhr Freude an ihrem Job hat, sieht man ihr sofort an.

Gutes Betriebsklima sorgt für Stabilität
Überhaupt scheint das Klima in diesem Betrieb ein sehr gutes zu sein. Zu den alten Hasen gehört, wenngleich noch recht jung, Werkstattleiter Frank Wenzel. Überhaupt: Das Team bei Göthling sei ein recht stabiles, Fluktuation sei kein großes Thema, heißt es. Teils seien Mitarbeitende Jahrzehnte dabei. Ausgebildet wird kontinuierlich. Dafür stehen die angehenden Mechatroniker Calvin Rothamel, Kilian Eichholz sowie Jung-Geselle Maximilian Frommann.

Wohl auf die längste Zugehörigkeit verweisen kann Verkaufsleiter Andreas Eichenauer. Er war schon zu DDR-Zeiten da. Nach der Wende startete man mit sieben Mitarbeitern neu durch. Das Team bekam nach und nach mehr Leute.
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Neben den Pkw der Marken VW und Audi werden Nutzfahrzeuge verkauft. Neu- und Gebrauchtwagenhandel sowie Service halten sich mit Blick auf die Umsätze in etwa die Waage.
Ford in der Werkstatt, später Multicar
Einst, es war im Jahre 1939, erhielt Artur Göthling einen Vertrag zur Reparatur von Ford-Fahrzeugen. Das Original des Kontrakts findet sich im Firmen-Archiv. Die Ford-Phase endete mit Gründung der DDR. Den US-Fahrzeugen folgten auf den Hebebühnen der Werkstatt solche der Marken Robur und Multicar.

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Nachdem Artur Göthling 1976 verstorben war, oblag die Lenkung des Unternehmens seiner Ehefrau Elfriede sowie deren Tochter Hannelore, der Mutter von Susanne Göthling. Ihr Vater, der inzwischen 90-jährige Karl-Heinz Köhler, verantworte damals als Kfz-Meister die Werkstatt. Später übernahm das Peter Hommel, ein altbekanntes AWE-Urgestein. Er verunglückte später bei einer Probefahrt.
Die in Eisenach geborene Susanne Göthling war indes 2002 aus Karlsruhe nach Eisenach zurückgekehrt und stieg beim Autohaus ein. Heute ist sie die Personalchefin und managt das Unternehmen, das seit 2023 zur Avemo-Gruppe gehört, gemeinsam mit Andreas Eichenauer und Finanzchef Frank Steinig.
1994 Autohaus-Neubau eingeweiht
1994 war der Autohaus-Neubau An der Feuerwache eingeweiht worden. Bei der Marke VW werden dort Golf und T-Roc am häufigsten verkauft. Eher selten wird ein Klassiker wie der Golf GTI geordert, sagt Verkaufsleiter Andreas Eichenauer. Auf die Frage, welche Farben die Kunden bevorzugen, nennt er Grau, Schwarz und Weiß.
Festzustellen sei zudem, dass eine steigende Zahl von Kundinnen und Kunden statt auf den Kauf eines Fahrzeuges auf Privat-Leasing setzt. Anders gesagt: „Pay per Use“ sei weiter auf dem Vormarsch. In der Regel halte die Kundschaft ein Fahrzeug zwischen fünfeinhalb und acht Jahre, bevor ein neues Auto in den Blick genommen wird. Wenn Kunden beim Umstieg auf ein Elektroauto noch zögern, liege das nicht selten an der individuellen Wohnsituation. Wer zu Hause ohne Probleme eine Wallbox zum Laden installieren könne, tue sich eben leichter mit der E-Mobilität.
Und was macht einen guten Autoverkäufer aus? – Dass er Emotionen statt einfach nur Blech verkauft, findet Eichenauer. Erscheint ein Kunde im Autohaus, sei die Vorentscheidung auf Grund bester Informiertheit im Wesentlichen bereits getroffen, gehe es meistens nur noch um Details. So etwa um die für den Kunden optimale Finanzierungslösung.





