„Keinesfalls werde ich es hinnehmen, dass ihre Beschäftigten weiter angegriffen werden“, nimmt Steffen Schütz, Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, der damit auch den Verkehr im Freistaat verantwortet, am Montagmorgen eine Zugtaufe auf dem Eisenacher Hauptbahnhof zum Anlass, um die jüngsten Attacken auf das Zugpersonal von Abellio auf das Schärfste zu verurteilen. Damit die Mobilität in der Fläche ankommt, investiert das Land Thüringen jährlich mehr als 300 Millionen Euro in den schienengebundenen Regionalverkehr, so Steffen Schütz.

Der Minister verzichtet mit Abellio-Geschäftsführerin Barbara Schneider, Eisenachs Bürgermeister Steffen Liebendörfer und Burghauptmann Martin Eberle darauf, schwere Sektpullen an den Regionalzug prasseln zu lassen. In dekorativ veredelten Thermosflaschen bringt der Burghauptmann zu diesem Anlass frisches Wasser aus der historischen Wartburg-Wasserleitung mit, um den Abellio-Zug der Linie RB 20 ohne zerspringende Glasflaschen auf den Namen „Unesco-Weltkulturerbe“ zu taufen.
Menschen mit kulturellen Schätzen der Heimat verbinden
Den Zug der Welterbestätte Mitteldeutschlands schmückt u.a. neben dem Naumburger Dom und dem Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel nun auch ein großformatiges Wartburgfoto mit einer seltenen Perspektive aus der Luft. „Wir wollen die Menschen nicht nur mit Städten und Regionen verbinden, sondern auch mit den kulturellen Schätzen ihrer Heimat“, begründet die Abellio-Rail-Mitteldeutschland-Chefin Barbara Schneider, warum sie das Projekt maßgeblich in den letzten Wochen vorantreibt.

Damit wirbt der Dienstleister auf der Schiene für die außergewöhnliche kulturelle Vielfalt im Herzen Deutschlands. Der Zug soll Einheimische wie Gäste inspirieren, mit der Bahn als nachhaltigem Verkehrsmittel die kulturellen Schätze der Region zu entdecken. Der Zug mit insgesamt fünf Motiven bedeutender Welterbestätten rollt nun auf dem sogenannten Saale-Thüringen-Südharz-Netz durch die Region und kommt damit auch oft in die Wartburgstadt.

Bei dem Welterbe-Werbe-Wagenzug spricht der Minister von einem Alleinstellungsmerkmal, da kein weiteres Schienenfahrzeug für fünf Welterbestätten gleichzeitig wirbt. „Der Zug zeigt, wie viel kulturelle Vielfalt Mitteldeutschland bietet“, betont der Minister. Er wünscht sich jedoch wieder einen Regionalzug direkt nach Leipzig ab Eisenach.
Wartburg-Zug verbindet Kulturerbe mit moderner Mobilität
„Die Wartburg ist weit über Eisenach hinaus ein Symbol für unsere Stadt und ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes Mitteldeutschlands“, betont Eisenachs Bürgermeister Steffen Liebendörfer. Der Zug verbinde auf schöne und anschauliche Weise, was die Region ausmacht: eine einzigartige Kulturlandschaft und eine moderne, nachhaltige Mobilität. Er hofft, dass die Fotografien die Neugier bei vielen Reisenden wecken und Lust machen, die Welterbestätten zu besuchen. „Dass wir den Zug heute mit Wasser aus der historischen Zisterne der Wartburg taufen, macht diesen tollen Moment für Eisenach noch einmal so besonders“, betont der stellvertretende Rathauschef.
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Die Anwesenden, zu denen auch Fritz S. Ahrberg, Vorsitzender der Unesco-Welterbestätten Deutschland, gehört, sind sich einig, dass eine großzügigere Beklebung des Zuges noch besser ins Auge stechen würde, aber das Eisenbahn-Bundesamt beharrt auf seinen Vorschriften zur Gestaltung von Reisezügen.


