Eigentlich hätte für Selina Henning am Mittwoch dieser Woche um 11 Uhr der geplante Kaiserschnitt stattfinden sollen. Doch stattdessen konnte die 28-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits gemeinsam mit ihrer neugeborenen Tochter Hedi im Arm das Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar verlassen. Für das Team der Geburtsklinik ein besonders schöner Anlass, diese Geburt als „Geburt der Woche“ hervorzuheben.

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Noch vor wenigen Tagen stand für die werdende Mutter fest: Die Geburt ihres ersten Kindes sollte unbedingt per Kaiserschnitt erfolgen. „Es war mein ganz, ganz großer Wunsch“, erinnert sich Selina Henning. Ausschlaggebend waren vor allem die Vorstellungen von einer natürlichen Geburt und die damit verbundenen Ängste.
Neuer Leiter der Geburtshilfe in Weimar
Im Rahmen der Geburtsplanung nahm sich der neue Leiter der Weimarer Geburtshilfe, Oberarzt Norman Mühler, viel Zeit für die Schwangere. Gemeinsam wurden die Vor- und Nachteile eines Wunschkaiserschnitts ausführlich besprochen. Dabei erhielt die werdende Mutter ausreichend Zeit, ihre Entscheidung zu überdenken. „Natürlich nehmen wir die Wünsche werdender Eltern sehr ernst und berücksichtigen sie in unserer Arbeit“, betont Norman Mühler. Gleichzeitig sei es seine Aufgabe, umfassend über die medizinischen Aspekte aufzuklären. „Wenn keine medizinische Indikation gegen eine Spontangeburt spricht, ist die Geburt aus eigener Kraft grundsätzlich der bessere Weg für Mutter und Kind.“
Junge Mutter fasst Mut und bereut Entscheidung nicht
Letztlich fasste Selina Henning den Mut, sich auf eine natürliche Geburt einzulassen – eine Entscheidung, die sie heute nicht bereut. „Es ist gut, dass es jetzt so war, wie es war“, sagt sie rückblickend. „Ich bin darüber glücklich und stolz.“
Am Samstag zuvor begann die Geburt gegen 18 Uhr. Während der gesamten Zeit wurde die junge Mutter von einem erfahrenen Team begleitet. Hebamme Henriette und Oberarzt Norman Mühler standen ihr während dieser besonderen Lebenserfahrung zur Seite. Besonders positiv erinnert sich die Medizinische Fachangestellte an die Unterstützung durch Lachgas, das ihr zusätzliche Entspannung verschaffte.
Baby Hedi kommt pünktlich vor WM-Spiel auf die Welt
Auch für den Oberarzt blieb die Geburt in Erinnerung. Es herrschte, wie so oft, eine besonders gelöste Atmosphäre im Kreißsaal. Mit einem Augenzwinkern sagte er während der Geburtsarbeit: „Bis zum Anpfiff muss Ihr Kind da sein! Das schaffen Sie.“ Gemeint war das Fußballspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste am Abend. Und tatsächlich: Bereits um 21.40 Uhr kam die kleine Hedi gesund und munter zur Welt. Das Mädchen wog bei der Geburt 2960 Gramm, war 49 Zentimeter groß und erfreut sich bester Gesundheit. Direkt danach konnte sie ihrer Mutter auf den Bauch gelegt werden – ein Moment, den viele werdende Eltern als besonders intensiv erleben.
Welche Argumente für eine Spontangeburt sprechen
Aus medizinischer Sicht bringt eine Spontangeburt zahlreiche Vorteile mit sich, betonte das Klinikum. So werde das Kind beim Durchtritt durch den Geburtskanal optimal auf das Leben außerhalb des Mutterleibs vorbereitet. Wichtige Bakterien unterstützen den Aufbau des Immunsystems, die Lunge werde auf natürliche Weise entlastet und „körpereigene Endorphine der Mutter helfen auch dem Kind beim Geburtsprozess“. Zudem ermögliche die natürliche Geburt unmittelbar nach der Entbindung den noch engeren Hautkontakt zwischen Mutter und Kind.
Der Wunschkaiserschnitt ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Bundesweit sind die Kaiserschnittraten in den vergangenen Jahren gestiegen. Umso wichtiger sei dem Team des Klinikums in Weimar eine umfassende und individuelle Beratung. „Unser Ziel ist es, werdende Eltern bei ihrer Entscheidung bestmöglich zu begleiten und gleichzeitig alle medizinischen Möglichkeiten transparent darzustellen“, erklärt Norman Mühler.
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Klinikum freut sich über acht Babys an einem Tag
Für das engagierte Geburtsteam war der 20. Juni ohnehin ein besonderer Tag: Insgesamt acht Kinder, darunter auch ein Zwillingspärchen, erblickten im Klinikum Weimar das Licht der Welt. Die Geburt der kleinen Hedi bleibt dabei als besonders schönes Beispiel dafür in Erinnerung, wie aus Ängsten Vertrauen werden kann – und aus dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt die glückliche Spontangeburt einer stolzen jungen Mutter. red
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