Wenn es um die Zukunft des Bauens im Freistaat geht, spielt die Region Weimar ganz vorn mit. Gleich mehrere Projekte aus Weimar haben die Chance, beim Thüringer Staatspreis für Baukultur den Publikumspreis zu gewinnen. Nun sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt: In einer Online-Abstimmung können sie mitentscheiden, welches Bauvorhaben am Ende die meisten Stimmen erhält.

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Bis Anfang August kann online für eines der 20 nominierten Projekte abgestimmt werden. Die Jury hatte die Shortlist aus insgesamt 66 Einreichungen erstellt. Die Auszeichnung würdigt Projekte, die mit architektonischer Qualität, nachhaltigen Lösungen und einem sensiblen Umgang mit dem Bestand überzeugen. Während eine Fachjury über die Staatspreise entscheidet, zählen beim Publikumspreis ausschließlich die Stimmen der Öffentlichkeit.
Aus Fabrikgebäude wird eine „Open Factory“

Vier Gebäude in Weimar und dem Weimarer Land sind nominiert. Der Eiermannbau in Apolda zählt zu den markantesten Industrieanlagen der Region. Ursprünglich als Produktionsstätte errichtet, wurde das Gebäude in den vergangenen Jahren schrittweise zu einem offenen Ort für Arbeit, Austausch und Veranstaltungen weiterentwickelt. Heute versteht sich der Komplex als „Open Factory“: Ateliers, Arbeitsräume und Veranstaltungsformate nutzen die großzügigen Hallen des Industriedenkmals.
Direkt am Weimarer Stadtschloss setzt das Erlebnisportal einen modernen architektonischen Akzent. Entworfen von der Berliner Architektin Helga Blocksdorf, besticht die begehbare Info-Box durch eine absolute Besonderheit: Ihre helle, leichte Fassade besteht komplett aus Birkenrinde – eine Referenz an Goethes historisches Borkenhäuschen. Im Inneren werden Inhalte zur Geschichte und Kultur Thüringens multimedial vermittelt. Gleichzeitig dient das Gebäude als Eingangspunkt für Besucherinnen und Besucher, die die Schlossanlage und die Innenstadt erkunden.
Schulneubau und Strohbau in Weimar nominiert

Die Jenaplanschule in Weimar bricht mit dem klassischen Konzept der alten Flurschule. Stattdessen setzt das Gebäude auf offene Lernbereiche mit unverputzten Wänden und Rohböden. Die Architektur ist auf den Schulalltag abgestimmt und ermöglicht unterschiedliche Lern- und Arbeitsformen. Weil das Budget knapp wurde, bauten Schüler, Eltern und Lehrer die Möbel kurz vor dem Einzug im vergangenen Jahr selbst.

Auf dem Landgut Holzdorf bei Weimar steht eines der ungewöhnlichsten Projekte der Auswahl: temporäre Klassenzimmer aus Strohballen. Als die Diakonie für ihre Schulungsangebote kurzfristig Ausweichräume brauchte, entstand auf dem Landgut diese radikal ökologische Alternative. Im Rahmen des Forschungsprojekts „LaStrohBau“ wurde ein Gebäude errichtet, bei dem großformatige Strohquader die statisch tragende Funktion der Außenwände übernehmen – Stroh wird dabei also nicht nur als Dämmung genutzt. Ergänzt durch wiederaufbereitete Altfenster und eine Unterkonstruktion aus Transportpaletten ist das Gebäude zu 100 Prozent kreislauffähig. Die Wände tragen sich selbst (ohne zusätzliches Holzständerwerk), speichern Wärme und schaffen ein ruhiges Raumklima.
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Wer die Weimarer Projekte unterstützen möchte, kann bis zum 2. August online seine Stimme abgeben. Die Gewinner des mit 2500 Euro dotierten Publikums- und des Staatspreises werden am 3. September im Rahmen des New Bauhaus Festivals in Weimar bekannt gegeben.
Abstimmen unter mitmachen.staatspreis-baukultur-thueringen.de/publikumsvoting




