Ab November bleibt Goethes Wohnhaus für längere Zeit geschlossen. Ein Kooperationsprojekt der Klassik-Stiftung Weimar mit externen Partnern zeigt kreative digitale Lösungen, mit denen Besucher das berühmte Haus dennoch erleben können.

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Studierende der Studiengänge Integriertes Produktdesign und Innenarchitektur der Hochschule Coburg wurden von der Querschnittsdirektion für digitale Transformation der Klassik-Stiftung eingeladen, um verschiedene Funktionsprototypen zu entwickeln. Diese ermöglichen es, die Räume und die Atmosphäre von Goethes Wohnhaus virtuell oder erweitert zu erfahren.
Digitale Prototypen machen Goethes Erbe erlebbar
So entstanden Modelle mit sogenanntem Gaussian Splatting, einem fortschrittlichen KI-Verfahren, das aus Videomaterial realistische dreidimensionale Szenen erzeugt. Licht und Raum wirken dabei lebendig und modern zugleich. Eine weitere Anwendung nutzt Augmented Reality ohne Brille: Der Besucher stellt sich vor ein Fenster, eine Kamera erfasst Blickrichtung und Distanz – und das historische Interieur erscheint interaktiv im Raum.

„Wir setzen bewusst auf niederschwellige Zugänge“, erklärt Michael Markert, Professor für digitale Transformation, der das Projekt begleitet. Im Gegensatz zu bestehenden Virtual-Reality-Angeboten, die oft Controller und längere Einarbeitungszeit erfordern, sollen diese Prototypen intuitiv und schnell zugänglich sein. „Die Besucher haben meist nur wenige Minuten pro Station. Da muss es direkt funktionieren und begeistern.“
Angehende Produktdesigner und Innenarchitekten aus Coburg
Luisa Eichfelder, eine Produktdesign-Studentin, berichtet: „Wir haben schon im letzten Jahr Ende Januar genau in diesem Raum ausgestellt. Die Klassik-Stiftung Weimar gab uns dann wertvolle Rückmeldungen, welche Objekte besonders gut ankamen – darauf aufbauend haben wir die Prototypen weiterentwickelt.“ Felix Leiste, ein Architektur-Student, ergänzt: „Es war besonders spannend, mit Menschen aus anderen Fachrichtungen zusammenzuarbeiten.“

Die entstandenen Arbeiten geben einen ersten Eindruck davon, wie die Klassik-Stiftung Weimar das Dichterwohnhaus während der Schließzeit mit „Goethe digital“-Angeboten kreativ und barrierearm vermitteln möchte. Die Prototypen sollen als Grundlage für eine Ausstellung während der Sanierungsphase dienen.
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Wie lange das Wohnhaus genau geschlossen bleibt, hängt vom Fortgang der Sanierung ab. Klar ist jedoch: Die digitale Brücke, die jetzt gebaut wird, könnte dafür sorgen, dass Goethes Erbe in Weimar auch während der baulichen Phase nicht nur präsent, sondern neu erlebbar bleibt.




