- Drei Abende, drei große Namen: Ab 30. Juli stehen Schiller, Asaf Avidan und Alphaville im Weimarhallenpark auf der Bühne – und das Festival steuert auf einen heißen Höhepunkt zu.
- Hinter den Kulissen wird bereits an der Zukunft gefeilt: Der neue Bühnenstandort kommt bei Künstlern und Fans gut an, doch schon jetzt steht die Frage im Raum, ob Schallkultur bald ganz woanders stattfinden könnte.
- Trotz steigender Kosten und Festivalsterben gibt sich Schallkultur kämpferisch: Für 2027 wird schon geplant, mehr deutschsprachige Acts sind im Blick.
Das Schallkultur-Festival ist in vollem Gange. Nach dem Auftritt von Milow und Rebekka Bakken stehen nun gleich drei Konzerte in drei aufeinanderfolgenden Tagen an: Schiller, Asaf Avidan und Alphaville wollen ab 30. Juli das Publikum im Weimarhallenpark begeistern, und das voraussichtlich bei hochsommerlichen Temperaturen. Festivalchef Frank Müller ist zufrieden mit dem neuen Standort der Bühne, denn nicht zuletzt die Musiker wollten näher an ihren Fans dran sein. Trotzdem wird die Parkbühne wohl keine Dauerlösung sein.
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Nicht zuletzt beim Auftritt von Wolfgang Niedecken und BAP im Sommer 2025 sei klar geworden, dass die Seebühne zwar schön anzusehen ist, aber viel zu weit weg vom Publikum. Die Bühne auf die Wiese zu verlegen, sei eine gemeinsame Entscheidung von Schallkultur, Weimar GmbH und dem Grünflächenamt gewesen. Die Tribüne, die dieses Jahr schräg zur Parkbühne errichtet wurde, könnte nächstes Jahr schon wieder Geschichte sein. Schallkultur-Gäste wollen lieber direkt vor der Bühne stehen, meint Frank Müller.
Stadt Weimar soll Brillplatz für Konzerte aufwerten
Doch weiterhin bleibt der Hermann-Brill-Platz im Gespräch als Konzertstandort. „Die Atmosphäre im Weimarhallenpark ist nicht zu toppen“, betont Frank Müller. Gerne würden sie dort bleiben, doch das kostet die Festivalmacher einiges. Für das Geld könne er auch das Jenaer Stadion mieten, so Müller. Stattdessen solle die Stadt nun die Gelegenheit nutzen und auf dem Brillplatz die Infrastruktur für Konzerte schaffen, samt Toiletten und technischen Anschlüssen – „Dann ist es eine gute Option für die Schallkultur.“

Mit Alphaville wird am 1. August wohl der größte Kassenschlager der diesjährigen Schallkultur auftreten. Die Helden der Achtziger kommen bei der stärksten Besuchergruppe der Über-Vierzigjährigen an. „Wir versuchen aber auch verstärkt, ein jüngeres Publikum anzusprechen“, sagt Frank Müller, und meint damit Acts wie Moop Mama, Milow und Afrob mit Ferris MC. Letzte werden am 7. August im Erbenhof spielen und dort voraussichtlich alle Plätze füllen.
Steigende Kosten treiben Festivals in Existenznot
Als Grundkern im Line-up erhalten bleiben die Jazzkonzerte. Ziel des Festivals ist ein gesunder Mix zwischen den großen Shows im Park und den intimen, aber nicht weniger lauten Auftritten im Erbenhof, die sich im besten Fall querfinanzieren. Dass jedoch immer mehr Festivals ihr Ende verkünden, kann Frank Müller verstehen, denn nicht zuletzt nach Corona seien die Gagen extrem gestiegen. Manche Künstler aus den ersten Schallkultur-Jahren könne man sich jetzt nicht mehr leisten.
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Noch bevor das letzte Konzert auf der Parkbühne gespielt ist, stecken die Organisatoren in den Buchungen der Bands für 2027. Wer dann auf der Bühne stehen wird, will Frank Müller noch nicht verraten, nur so viel: „Wir machen weiter“. Die Schallkultur will in Zukunft verstärkt auf deutschsprachige Künstler setzen. Der Festivalchef könnte sich zum Beispiel die Rockmusikerin Deine Cousine – dieses Jahr auch im TV-Format „Sing mein Song“ vertreten – auf der Weimarer Bühne vorstellen. Und wenn das Budget keine Rolle spielen würde, dann auch Herbert Grönemeyer. Doch ganz so unrealistisch ist das nicht, denn Grönemeyer kennt Weimarer schon von seinem Auftritt im Schlosspark Belvedere im Kulturstadtjahr 1999.
Tickets für alle Konzerte gibt es unter www.ticketshop-thueringen.de (Tel.: 0361/2275227) oder unter www.schallkultur.de




