Das schwere Erdbeben vom 10. August hat in der kolumbianischen Kleinstadt Roldanillo im Westen des südamerikanischen Landes große Zerstörungen hinterlassen. Unter den Betroffenen ist die Familie von Christian Andrés Parra Sánchez, der seit 2022 als künstlerischer Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar tätig ist. Das Haus seiner Eltern wurde bei dem Erdbeben vollständig zerstört.

Täglich
Der Newsletter für Weimar
Alle wichtigen Informationen aus der Klassikerstadt Weimar, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der freischaffende Künstler und Designer war 2010 als Preisträger bei der Internationalen Möbelmesse Köln erstmals nach Deutschland gekommen. 2018 erwarb er an der Kunsthochschule Halle „Burg Giebichenstein“ seinen Master of Arts. Seine Masterarbeit wurde im selben Jahr mit dem Herder-Förderpreis der Stadt Weimar ausgezeichnet. Beruflich führte ihn sein Weg auch an die Fakultät Kunst und Gestaltung der Weimarer Uni. Und hier fand Christian Andrés Parra Sánchez auch sein privates Glück.
Familie kommt in Kolumbien vorerst bei einer Tante unter
Bei dem Erdbeben, das in seiner Heimat wütete, konnten sich seine Eltern und seine Schwester zum Glück rechtzeitig in Sicherheit bringen. Seitdem haben sie jedoch keine eigene Unterkunft mehr. Mit ihrem Haus verloren sie auch ihren gesamten Besitz. Für den Übergang konnten sie bei einer Tante unterkommen. Da diese jedoch selbst in beengten Verhältnissen lebt, ist absehbar, dass das Quartier nur eines auf Zeit sein kann.
Die Katastrophe trifft die Familie auch wirtschaftlich. Parra Sánchez’ Vater verdiente seinen Lebensunterhalt als Friseur und betrieb in Roldanillo einen kleinen Salon. Auch dieser wurde bei dem Erdbeben dem Erdboden gleichgemacht. Die Familie verfügt über keine Ersparnisse, mit denen sie den Verlust von Haus und Einkommen auffangen könnte. Parra Sánchez’ Schwester lebt zudem mit einer körperlichen und geistigen Behinderung und ist auf besondere Betreuung und Therapien angewiesen.

Da für den Wiederaufbau keine staatliche Unterstützung zur Verfügung steht, ist die Familie auf private Hilfe angewiesen. Von Deutschland aus versucht Christian Andrés Parra Sánchez deshalb, die nötige Unterstützung zu organisieren. Dafür hat er eine eigene Spendenkampagne gestartet. Zugleich haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauhaus-Uni unabhängig davon eine private Spendenaktion ins Leben gerufen.
Zerstörtes Grundstück muss geräumt werden
Zunächst sollen eine vorübergehende Unterkunft finanziert und das zerstörte Grundstück geräumt werden. Ziel ist es, das kleine Haus der Familie wieder aufzubauen, da ein Mietwohnungsmarkt in der kolumbianischen Region kaum existiert. Unter den gegebenen Umständen sei dies die einzige realistische Möglichkeit, der Familie wieder ein dauerhaftes und sicheres Zuhause zu geben und zugleich die Grundlage dafür zu schaffen, dass sein Vater wieder als Friseur arbeiten kann. Mit dessen Einkommen wurden bislang auch die Behandlungen seiner Tochter finanziert.
Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung
- Premiere in Thüringen: In Weimar entsteht bezahlbares Wohnen für junge Leute
- Kinderwunsch mit 21: Warum Klara aus Weimar keine Zeit hat, zu warten
- „Das waren wir. So haben wir gelebt“: Fotos zeigen den Osten zwischen Aufbruch und Angst
- Weimar: SPD will Beschluss zum Haus der Frau von Stein rückgängig machen
- Probefahrt endet blutig – drei Männer sollen Autohändler angegriffen haben
- Laden-Aus im Weimarer Land nach wenigen Monaten: So platzte der Traum der Betreiber
Parra Sánchez hofft neben finanzieller Unterstützung darauf, dass möglichst viele Menschen den Spendenaufruf weitergeben. Jeder Beitrag helfe dabei, den Wiederaufbau Schritt für Schritt möglich zu machen.
Die Spendenaufrufe sind unter folgenden Internetadressen abrufbar:
https://www.paypal.com/pools/c/9rJNaQiIqI
https://www.gofundme.com/f/meine-familie-hat-beim-erdbeben-ihr-zuhause-verloren





