Das Genius Loci bringt Fassaden in der Weimarer Innenstadt auch in diesem Jahr wieder zum Leuchten. Vom 11. bis zum 13. September findet das Festival für Fassadenprojektion in der Kulturstadt statt. Die wichtigsten Informationen für Besucherinnen und Besucher im Überblick.
Wann ist das Festival geöffnet?
Gezeigt werden die Projektionen Freitag und Samstag, 20 bis 24 Uhr, Sonntag von 20 bis 23 Uhr.
Kostet das Festival Eintritt?
Nein, auch in diesem Jahr ist das Festival kostenfrei zu besuchen.
Was ist das Motto in diesem Jahr und was steckt dahinter?
In diesem Jahr steht das Genius Loci unter dem Motto „Demokratie und Gesellschaft“: Besonders die letzten Jahre hätten deutlich gezeigt, dass Demokratie kein fester Zustand, sondern ein fortlaufender Aushandlungsprozess sei. In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Werte durch wachsenden Populismus und digitale Polarisierung unter Druck stehen, sei Video- und Lichtkunst im öffentlichen Raum eine Möglichkeit, weite Teile der Bevölkerung anzusprechen und miteinander ins Gespräch zu bringen, teilen die Veranstalter mit.

Welche Fassaden werden bespielt?
- Der Niketempel am Goetheplatz: Er steht für den Wandel der Medien und der öffentlichen Meinungsbildung und ist heute Sitz von Radio Lotte.
- Das Haus der Weimarer Republik: Es erinnert an die erste deutsche Demokratie, geboren aus einer Krise.
- Schillers Wohnhaus: ein Ort, an dem Ideen von Freiheit und moralischer Verantwortung nicht nur geschrieben, sondern auch verhandelt wurden.
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Welche Gewinnerbeiträge gibt es und was bedeuten sie?
Bis zum 14. Juni konnten Künstler aus aller Welt ihre Konzeptideen einreichen. Insgesamt gingen knapp 100 Einreichungen aus 28 Ländern ein, so die Veranstalter. Drei wurden ausgewählt:
- Das New Media Art Studio „AOTOO“ aus Chongqing, China, bespielt den Niketempel: Ausgehend von dessen Geschichte begreift die Projektion „Temple of Voices: An Unfinished Common Script“ Demokratie als einen fortwährenden Prozess des Zuhörens, der Teilhabe und des Aushandelns. Durch das Zusammenspiel von Texten, Datenströmen, Klangwellen und leisen menschlichen Stimmen verwandelt die Arbeit den Niketempel in eine „Halle der Stimmen“, die nach Zeiten von Lärm und Sprachlosigkeit seine Fähigkeit zum Zuhören zurückgewinnt.
- Amir Ahmadoghlu bespielt das Haus der Weimarer Republik. Er ist transdisziplinärer Designer, Dozent und visueller Storyteller mit Schwerpunkt auf Motion Design und Animation aus dem Iran. „STRATUM“, so der Titel der Projektion, ist ein Video-Mapping- und Stop-Motion-Animationsprojekt, das über eine herkömmliche digitale Projektion hinausgeht. Es legt das visuelle Gedächtnis der Demokratie über einen Zeitraum von 2000 Jahren schichtweise frei.
- Rita Reis bespielt Schillers Wohnhaus. Die portugiesische multidisziplinäre Künstlerin arbeitet in den Bereichen Illustration, Skulptur, Installation, Szenografie und Video-Mapping. In ihrer Projektion „Fragĭlis“ dient Spitze als Sinnbild für Demokratie: ein filigranes Geflecht, dessen Stabilität vom Zusammenwirken aller Elemente abhängt. Die Arbeit thematisiert die schleichende Aushöhlung von Freiheit und zeigt, wie der Verlust einzelner Rechte das demokratische Ganze gefährdet.

Was gibt es außerhalb der drei Gewinner-Projektionen zu sehen?
- An einem Pop-up-Wahllokal am Theaterplatz kann das Festivalpublikum über den Gewinner des diesjährigen Wettbewerbes abstimmen, der den Publikumspreis erhält.
- Erstmalig in Weimar-West spielt die Projektion „Licht und Schatten“ von John Tettenborn an der Ostfassade des Humboldt-Gymnasiums, die sich mit Vielfalt, Demokratie, Desinformation und digitaler Teilhabe auseinandersetzt.
- Am Mon Ami kann das Publikum mit grünen Laserpointern selbst eine Lichtprojektion mitgestalten.
- Eine Straßeninstallation „EntGEGENkommen“ in der Wielandstraße bringt Besucher spielerisch mit demokratischen Fragen und unterschiedlichen Meinungen in Kontakt.
- Im Zeughof zeigt das Genius-Loci-Kino ein Kurzfilmprogramm, das sich mit Gemeinschaft, Vielfalt, Zusammenleben und gesellschaftlichen Strukturen beschäftigt.
- Im Hinterhof des Mon Ami gibt es Live-Musik und Lichtkunst.
- Die offizielle Afterparty findet am Freitag ab 22 Uhr im Mascha Weimar statt.
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Was passiert in der Weimarer Geleitstraße?
Dort lädt in diesem Jahr erstmals das „Geleitstraßengeflüster“ ein. Das Straßenfest hängt zwar nur räumlich mit dem Genius Loci zusammen und findet nur am Samstag, von 15 bis 24 Uhr statt, verspricht aber kulinarische Köstlichkeiten verschiedener Weimarer Gastronomen und ebenfalls Live- und DJ‑Musik. Weitere Informationen gibt es hier.
Kommt es zu Sperrungen in der Weimarer Innenstadt?
Ja, aufgrund des Festivals und des Straßenfestes kommt es zu mehreren Sperrungen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Die Geleitstraße ist vom 11. bis 13. September vollgesperrt, ebenso der Bereich vor dem Mon Ami.
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Wie viele Gäste werden erwartet
Wie viele Besucher das Festival am Ende zählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Vergangenheit lockte das Genius Loci aber schon rund 50.000 Besucherinnen und Besucher über die drei Tage nach Weimar.





