• Beim ESC gelten für Teilnehmende und Fans strenge Regeln
  • Sie sollen dafür sorgen, dass alles glatt läuft, wenn 160 Millionen Menschen am Fernseher zuschauen
  • Lesen Sie hier, woran sich vor und hinter der Kamera alle halten müssen

Er ist eines der größten Musikevents der Welt: Der Eurovision Song Contest 2026 wird in Wien abgehalten – das Finale findet am Samstag (16. Mai) statt. Dabei gelten strenge Regeln, die von allen Mitwirkenden befolgt werden müssen. Ein Regelverstoß kann zu einer Disqualifizierung führen. Doch was schreibt die European Broadcasting Union (EBU), die den ESC veranstaltet, genau vor? Ein Überblick.

ESC 2026: Diese Regeln müssen die Teilnehmer beachten

Die EBU hat Regeln aufgestellt, die sowohl die Kandidatinnen und Kandidaten als auch die Reihenfolge und Gestaltung der Auftritte und das Voting betreffen. Besonders im Fokus sind dabei natürlich die Künstlerinnen und Künstler, die beim ESC auf der Bühne stehen.

Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein und dürfen nur für ein Land antreten. Außerdem dürfen pro Land maximal sechs Personen auf der Bühne stehen. Tiere sind verboten, genauso wie zu viel Nacktheit – wobei das in den vergangenen Jahren eher Auslegungssache war. Die Lieder werden live vorgetragen, die Musik kommt allerdings vom Band.

Seit 2021 dürfen zudem die Stimmen der Background-Sängerinnen und -Sänger vorab aufgezeichnet werden. Zuvor musste komplett live gesungen werden. Inzwischen wird mit diesem „Trick“ dagegen der ein oder andere schiefe Ton des Live-Gesangs versteckt.

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Für die Songs gilt außerdem: Sie dürfen nicht vor dem 1. September des Vorjahres veröffentlicht worden sein und eine Länge von drei Minuten nicht überschreiten. Cover sind nicht erlaubt – in welcher Sprache gesungen wird, ist dagegen nicht vorgeschrieben. Auch Beiträge in Fantasiesprachen sind also möglich.

Regeln im Überblick: Wer darf am ESC teilnehmen?

Am ESC teilnehmen dürfen alle Länder, die Mitglieder der EBU sind. Da es keine Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist, dass ein Land in Europa liegt, nehmen auch Staaten wie Australien und Israel am Contest teil. Wichtig ist außerdem, dass die Länder – je nach Größe der teilnehmenden Rundfunkanstalt – einen finanziellen Beitrag zum ESC leisten müssen. Wer das nicht will oder nicht kann, darf nicht mitmachen.

Da die einzelnen Länder sehr unterschiedlich hohe Geldsummen beisteuern, gibt es eine Sonderregel: Die größten Geldgeber sind automatisch für das ESC-Finale qualifiziert. Dazu zählen immer Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien als „Big Four“-Länder. Hinzu kommt der Sieger des Vorjahres. Die weiteren Finalplätze nehmen die jeweils zehn besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Semifinal-Shows ein. Um die für das Finale gesetzten Länder nicht zu benachteiligen, dürfen seit 2024 auch sie im Semifinale antreten – allerdings außer Konkurrenz.

Eurovision Song Contest: Welche Regeln gelten für die Jurys

Wie das Voting beim ESC abläuft, haben wir in einem extra Beitrag für sie zusammengefasst. Grundsätzlich gilt aber: Die Hälfte der Punkte vergibt das Publikum, die andere Hälfte wird von Jurys aus den einzelnen Ländern verteilt. Für die Jurys gelten diese Regeln:

  • Die Jury jedes Teilnehmerlandes muss aus fünf Experten bestehen. Die Gruppenzusammensetzung sollte hinsichtlich Alter, Geschlecht und beruflichem Hintergrund ausgewogen sein.
  • Die Mitglieder der Jury müssen die Staatsangehörigkeit des Landes besitzen, für das sie im Einsatz sind.
  • Die Jurymitglieder dürfen in den letzten beiden Jahren nicht Mitglied der Fachjury gewesen sein.
  • Die Jurymitglieder müssen einen der folgenden Berufe ausüben: Hörfunkmoderator, Musiker, Komponist, Textdichter oder Produzent.
  • Sie dürfen in keiner geschäftlichen Beziehung zum Kandidaten des eigenen oder eines anderen Landes stehen.
  • Die Jurymitglieder dürfen keine Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt des jeweiligen Landes sein.
  • Die Entscheidung der Jury wird bereits während der zweiten Generalprobe getroffen, dem sogenannten „Juryfinale“.
  • Jedes Jurymitglied muss die Beiträge, über die es abstimmen darf, in eine Reihenfolge bringen. Daraus wird eine Gesamtreihenfolge ermittelt, den Plätzen 1 bis 26.

Beim Televoting muss beachtet werden: Für das eigene Land kann man nicht abstimmen. Übrigens: Die Reihenfolge der Auftritte wird nach dramaturgischen Gesichtspunkten von den Produzenten des ESC festgelegt. Ob die Künstlerinnen und Künstler in der ersten oder zweiten Hälfte der Sendung auftreten, wird allerdings ausgelost.

Eurovision Song Contest: Politische Inhalte verboten

Beim ESC sind politische Inhalte verboten. Der Eurovision Song Contest soll eine friedliche Veranstaltung sein, bei der es ausschließlich um Musik und Kultur geht. Wenn ein Song politische Aussagen enthält, kann er vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

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Aktuell ist diese Regel wohl so umstritten wie noch nie. Der Grund: Israel hat nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 im Gazastreifen mittlerweile rund 70.000 Menschen getötet. Diverse Künstler, auch aus Deutschland, haben sich vor dem ESC 2026 sogar für einen Boykott ausgesprochen. Kritik hat es auch schon 2025 gegeben. Damals wurde streng reglementiert, welche Flaggen mit in die Halle genommen werden durften. So sollte verhindert werden, dass Palästina-Flaggen gezeigt werden. In diesem Jahr gibt es für Künstler und Fans unterschiedliche Regeln:

  • Auf der Bühne und bei offiziellen Veranstaltungen dürfen Künstler nur die offizielle Flagge ihres eigenen Landes zeigen.
  • Im Publikum ist das Zeigen von Flaggen erlaubt, solange diese „gesetzlich erlaubt“ sind und keinen diskriminierenden oder provokativen Inhalt tragen. Beispiele für verbotene Flaggen sind solche mit Hasssymbolen oder die von verbotenen Organisationen.