Maria Vittoria Cavalcoli lebt in Pozzuoli, im Gebiet des Supervulkans südlich von Neapel. Am Montagmorgen um 4:55 Uhr wurde sie von einem Erdbeben der Stärke 4,0 aus dem Schlaf gerissen. „Es war eine heftige Erschütterung, die Panik unter der Bevölkerung ausgelöst hat. Zum Glück dauerte sie nur wenige Sekunden“, berichtet die Rentnerin gegenüber lokalen Medien. Menschen rannten in Panik auf die Straße, zum Glück gab es weder Verletzte, noch größere Schäden. Aus Sicherheitsgründen musste der Bahnverkehr eingestellt werden – es wurden Kontrollen durchgeführt, was zu erheblichen Verkehrsproblemen führte.

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Nach Angaben des Italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) lag das Epizentrum in der Nähe der Stadt Pozzuoli nahe Neapel. Es handelte sich um das stärkste Beben seit Beginn einer neuen Phase seismischer Aktivität, die seit Samstag in der Gegend andauert. Insgesamt wurden bisher mindestens 100 Erdbeben verzeichnet. Bereits am Sonntag war es zu zwei Erschütterungen der Stärke 3,3 gekommen. In der Folge berief der Präfekt von Neapel, Michele Di Bari, eine Sitzung des Zivilschutz-Koordinierungszentrums ein. Es wurden weder Schäden an Gebäuden noch Verletzte gemeldet.
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Phlegräische Felder: Alarmstufe Gelb gilt seit elf Jahren
Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, werden seit geraumer Zeit von vielen Erdbeben heimgesucht. Die seismische Aktivität ist eng mit dem Supervulkan in der Region verknüpft, insbesondere mit dem Phänomen der Bodenhebung, bekannt als Bradyseismus, erklärt Lucia Pappalardo, Direktorin des Vesuv-Observatoriums des INGV. Die derzeitige Hebungsphase begann im Jahr 2005.

Meist kommt es zu kleinen und kaum spürbaren Erschütterungen, die jedoch die Erdkruste in dem Areal schwächen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet die Alarmstufe Gelb, die zur besonderen Vorsicht aufruft. „Wir gehen davon aus, dass der Schwarm auch in den kommenden Tagen anhält – auch wenn es unmöglich ist, vorherzusagen, wie lange er andauern wird“, so die Expertin.
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Ein weiteres Erdbeben der Stärke 4,0 hatte sich bereits am 18. Juli zwischen Pozzuoli und Bagnoli ereignet. Es war das stärkste der letzten 40 Jahre. In den letzten zehn Jahren wurde infolge der neuen Hebungsphase ein progressiver Anstieg der Anzahl und Stärke der Erdbeben beobachtet.
Die italienische Regierung stellte deswegen im Februar 184 Millionen Euro für das Gebiet um den Supervulkan bei Neapel bereit. Damit sollen 50 Projekte in der Region der Phlegräischen Felder finanziert werden, um die Auswirkungen der ständigen Beben auf Gebäude und Infrastruktur zu verringern.







