Der Online-Modehändler Shein steht derzeit heftig in der Kritik. Auf der Plattform war kurzfristig ein Hemd mit einem Model beworben worden, das wie Luigi Mangione aussieht – dem mutmaßlichen Mörder des United Healthcare-CEOs Brian Thompson. Momentan sitzt Mangione in Untersuchungshaft und wird beschuldigt, den Versicherungschef im Dezember in Manhattan auf offener Straße erschossen zu haben. Warum war er, als Werbegesicht auf Shein zu sehen?
Shein’s website appears to use Luigi Mangione’s face to model a spring/summer shirt. pic.twitter.com/UPXW8fEPPq
— Pop Crave (@PopCrave) September 3, 2025
Wie CNN und der „Guardian“ berichten, soll es sich um ein bearbeitetes Bild von Mangione handeln, der wohl nie selber für das Hemd posiert hatte. Das Angebot wurde von Shein entfernt, nachdem es auf sozialen Netzwerken viele Reaktionen erzeugte. Schon zuvor sei es da allerdings in mehreren Größen ausverkauft gewesen sein, heißt es bei CNN.
Shein hatte das Hemd – ein kurzärmliges, weißes Blumenmodell – zu einem Preis von knapp unter 10 US-Dollar beworben. Kurz nach der Veröffentlichung stieg das Interesse auf Google sprungartig an und das Hemd wurde auf diversen Plattformen geteilt.
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„CEO-Killer“ auf Shein: Drittanbieter soll verantwortlich sein
Shein erklärte in einem Statement, das CNN vorliegt, das Bild stamme von einem Drittanbieter, der damit gegen interne Richtlinien verstoßen habe. Die Darstellung sei „umgehend nach Entdeckung“ gelöscht worden. Zudem kündigte Shein an, seine Überwachungsprozesse zu verschärfen und den verantwortlichen Anbieter in Verantwortung zu nehmen.

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Unklar ist, ob das Bild authentisch oder mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Untersuchungen durch Medien wie „ABC News“ legen nahe, dass es sich um eine Mischung aus einem möglicherweise KI-generierten Körper und dem eingefügten Gesicht von Mangione handelt. Ein KI-Expertin bemerkte etwa, dass Hände ungewöhnlich geformt aussahen und Hinweise auf digitale Bearbeitung erkennbar seien.
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Luigi Mangione hat unter jungen Menschen große Fangemeinde
Der 27-jährige Mangione plädierte in der Mordanklage auf „nicht schuldig“. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe. Die Tötung Thompsons hatte in den USA für Entsetzen gesorgt. Allerdings gab es im Internet auch viel Zuspruch für Mangione und dessen mutmaßliches Motiv, die umstrittenen Krankenversicherer zur Rechenschaft zu ziehen. Den Konzernen wurde vorgeworfen, sich auf Kosten der Patienten zu bereichern. Unterstützer von Mangione sammelten im Internet bereits über eine Million US-Dollar für seine Verteidigung.
Shein setzt auf ein extrem schnelles Fast-Fashion-Modell, das auf Datenanalyse und digitale Plattformen baut. Statt klassisch saisonaler Kollektionen produziert das Unternehmen in sehr kleinen Stückzahlen tausende neuer Designs pro Woche, testet deren Erfolg online und steigert nur bei hoher Nachfrage die Produktion.
Die Herstellung erfolgt überwiegend in Zulieferbetrieben in China, wodurch Kosten niedrig gehalten werden. Über soziale Medien und Influencer-Marketing treibt Shein den Absatz vor allem bei jungen Kunden weltweit voran – und verzichtet weitgehend auf stationäre Geschäfte. In der Kritik steht der Konzern für die Arbeitsbedingungen der Arbeiter und die Umweltbilanz seines Geschäftsmodells.
os






