Eine Immobilienanzeige wie aus dem Märchen: Auf den Hügeln nahe der toskanischen Stadt Lucca steht ein prächtiges Anwesen zum Verkauf – die Villa Orsucci. Einst gehörte sie Carolina Bonaparte, Napoleons Schwester und Königin von Neapel. Das majestätische historische Anwesen in einem drei Hektar großen Park ist ein architektonisches Juwel der Toskana und gilt als eine der faszinierendsten historischen Villen der Provinz Lucca.

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„Die historischen Villen von Lucca sind ein weltweit einzigartiges Kulturerbe“, erklärt Dimitri Corti, Gründer und CEO von Lionard Luxury Real Estate, der die italienische Villa anbietet. Über den Kaufpreis gab es keine Angaben – ein Indiz dafür, dass den meisten bei der Summe schwindelig werden würde. Doch was hat sie zu bieten, die Villa der Napoleon-Schwester?
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Luxusvilla in Italien: Napoleon-Schwester lebte hier im 19. Jahrhundert
Die Ursprünge der Villa reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ der Seidenhändler Coriolano Orsucci, Mitglied einer angesehenen toskanischen Familie, das Anwesen in eine elegante Residenz umgestalten. Für die Umbauten beauftragte er Filippo Juvarra, einen der bedeutendsten Vertreter des italienischen Barock. Aus jener Zeit stammen auch kunstvolle Stuckverzierungen und zwei monumentale Gemälde des berühmten Malers Pier Dandini, die den zentralen Salon zieren.
Im Jahr 1836 ging die Villa in den Besitz von Carolina Bonaparte (1782-1839) über, der jüngeren Schwester Napoleons. Carolina heiratete 1800 den General Joachim Murat, mit dem sie gemeinsam den Thron von Neapel bestieg (1808-1815). Carolina Bonaparte war auch 1805 Käuferin des späteren Élysée-Palastes in Paris, heute Sitz des französischen Staatspräsidenten.
2500 Quadratmeter Wohnfläche: Das hat die Villa zu bieten
Das Hauptanwesen mit rund 2.500 Quadratmetern Wohnfläche erstreckt sich über drei Ebenen und ist umgeben von einem drei Hektar großen historischen Park, ergänzt durch drei Hektar Olivenhaine und Wiesen. Zur Liegenschaft gehören zudem eine elegante Dépendance, eine vollständig erhaltene Orangerie aus dem 18. Jahrhundert, eine pittoreske Kapelle und zwei Swimmingpools inmitten üppiger Natur.

Die Fassaden der Villa sind vollständig mit Pilastern verziert und durch marmorierte Friese bereichert. Über eine imposante, zweiläufige Außentreppe gelangt man zur ersten Etage, wo sich die repräsentativen Räume mit originalem Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert befinden. Hier findet man auch den beeindruckenden zentralen Salon mit 125 Quadratmetern Fläche und acht Metern Raumhöhe – der größte seiner Art unter den Villen von Lucca -, ein Spielzimmer, einen Speisesaal sowie ein berühmtes rotes Zimmer mit Seidentapeten.
Noch mehr Luxuspotenzial: Hubschrauberlandeplatz wäre schon genehmigt
Die Etagen der Villa sind über zwei interne Treppenaufgänge verbunden. Im noch auszubauenden zweiten Stock befinden sich zusätzliche Zimmer mit Blick auf Garten und Landschaft – wie alle Räume der Villa. Im Erdgeschoss wurden die alten Küchen mit dem darunterliegenden Weinkeller restauriert und mit modernem Komfort ausgestattet, ohne die ursprüngliche Struktur zu verändern. Auch die großen Dachböden strahlen historischen Charme aus.
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Der Park ist ein Beispiel eines historischen Gartens mit Wegen, Terrakotta-Statuen, Brunnen, Buchsbaumhecken und jahrhundertealter Vegetation. Das Anwesen verfügt über eine geräumige Garage für Luxuskarossen und zwei Pools in absoluter Privatsphäre. Eine dritte, bereits genehmigte Poolanlage kann errichtet werden – ebenso wie ein privater Hubschrauberlandeplatz.
Napoleons zweite Schwester wohnte auch in Lucca – mit ihrer Affäre?
Der Familie Bonaparte scheint es die Region besonders angetan zu haben: In der Provinz Lucca befindet sich auch die Villa Marlia, einst Residenz von Napoleons zweiter Schwester, Prinzessin Elisa, und dem ersten König von Italien, Viktor Emanuel II. von Savoyen. Die Villa wurde im 16. Jahrhundert im Umland von Lucca durch reiche Bankiers und Seidenhändler errichtet. Die Wohnfläche beträgt 18.000 Quadratmeter. Die Villa liegt in einem 19 Hektar großen Park im englischen Stil mit Originalteilen aus dem 17. Jahrhundert.

Im Garten der Villa Marlia spielte der Geiger Niccolò Paganini in lauen Sommernächten für Prinzessin Elisa Bonaparte. Den beiden wird sogar eine Affäre unterstellt. Nach dem Sturz Napoleons verließ Elisa die Villa Marlia, die dann Eigentum der Herzöge von Parma und danach des Hauses Habsburg-Lothringen wurde. Mit der Einigung Italiens im Jahr 1861 ging das Anwesen auf Viktor Emanuel II. von Savoyen über.







