Zusammenfassung
- Thüringen vereint weltberühmte Kulturstätten und moderne Forschung mit traditionellem Handwerk, von der Erfindung der gläsernen Christbaumkugel in Lauscha bis zur Herstellung von Spielkarten in Altenburg.
- Die Thüringer Rostbratwurst und Klöße sind kulinarische Symbole der regionalen Identität, während der Rennsteig als beliebtester Weitwanderweg Deutschlands die Wandertradition des Bundeslandes verkörpert.
- UNESCO-Welterbestätten wie die Wartburg und der Nationalpark Hainich unterstreichen Thüringens Bedeutung in Geschichte und Natur, während Hightech-Unternehmen wie X-Fab den Wandel zum modernen Zentrum für Zukunftstechnologien zeigen.
Thüringen vereint Gegensätze auf besondere Weise: Hier begegnen sich weltberühmte Kulturstätten und lebendige Traditionen, zukunftsorientierte Forschung und jahrhundertealtes Handwerk. Wer genauer hinschaut, stößt auf eine wahre Schatztruhe voller Geschichten und Eigenheiten. Unser Thüringen-ABC greift exemplarisch diese Vielfalt auf – das grüne Herz von Deutschland ist jedoch viel facettenreicher als 26 Buchstaben.
A wie Altenburg
Altenburg gilt als Wiege des Skatspiels. Seit über 500 Jahren werden bis heute dort Spielkarten hergestellt. Doch Altenburg ist mehr als Karten: Das Residenzschloss, die traditionsreiche Senfherstellung sowie das historische Theater prägen die Kulturstadt.
Weitere Nachrichten aus Thüringen
- Querschnittgelähmten-Zentrum Bad Berka: An welchen Korb sich die Chefärztin erinnert und welche Knoten sie löst
- Mitterrand, Fallada und eine heldenmütige Prinzessin: Verblüffendes aus Rudolstadt
- „Wie ein Guru angehimmelt“: Wie ein Trainer beim HSV Weimar jahrelang junge Turnerinnen missbrauchte
- Wenn in Thüringen selbst die Ehefrau nichts vom Polizeieinsatz erfahren darf
- Verurteilt, weil sie Menschlichkeit über Corona-Regeln stellte – jetzt ist Thüringer Richterin frei
- Was die zwei Geschäftsführer der Thüringer Landesgartenschau eint und trennt
B wie Bratwurst
Die Thüringer Rostbratwurst ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Schon 1404 wird sie erstmals in einer Arnstädter Klosterrechnung erwähnt. Heute ist sie Symbol für regionale Identität – ob auf dem Weihnachtsmarkt oder dem Sommerfest, überall gehört sie dazu. Mit Thüringer Senf und im Brötchen schmeckt sie traditionell am besten.
C wie Christbaumkugel
Die gläserne Christbaumkugel wurde im 19. Jahrhundert in Lauscha erfunden. Glasbläser, die sich teuren Baumschmuck nicht leisten konnten, begannen, ihre Bäume mit gläsernen Kugeln zu schmücken. Aus dieser Notlösung wurde ein weltweiter Exportschlager. Bis heute ist Lauscha ein Zentrum der Glasbläserkunst, wo immer noch Weihnachtskugeln entstehen.

D wie Dom St. Marien (Erfurt)
Der Dom St. Marien und die benachbarte Severikirche prägen das Stadtbild der Landeshauptstadt Erfurt. Heute sind die 70 Domstufen nicht nur ein historischer Ort, sondern auch eine Bühne: Alljährlich verwandeln sich die Stufen bei den Domstufen-Festspielen in eine eindrucksvolle Open-Air-Kulisse.
Auch interessant
E wie Ega (Erfurt)
Die „egapark“-Anlage ist ein Gartenparadies mit Geschichte in Erfurt – der sogenannten Blumenstadt. Die Anlage ist aus einer ehemaligen Stadtfestungsanlage entstanden und wurde als eine öffentliche Grünanlage genutzt. Nach einer ersten Gartenschau 1960 fanden dort regelmäßig Veranstaltungen statt. Der Park ist zugleich botanischer Garten, Freizeitpark und Erinnerungsort der DDR-Gartenschau-Kultur.
F wie Feengrotten (Saalfeld)
Die Saalfelder Feengrotten gelten als die farbenreichsten Schaugrotten der Welt. Entstanden sind sie in einem ehemaligen Alaunschieferbergwerk, in dem sich über Jahrhunderte Mineralablagerungen bildeten. Die bizarr gefärbten Tropfsteinformationen haben den Grotten einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde eingebracht. Heute sind sie ein beliebtes Ausflugsziel für Familien.
Auch interessant
G wie Goethe
Johann Wolfgang von Goethe verbrachte einen Großteil seines Lebens in Weimar. Hier war er nicht nur Dichter, sondern auch Minister, Naturforscher und Theaterleiter. Teile des „Faust“ entstanden in Weimar. Sein Wohnhaus am Frauenplan gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Gemeinsam mit Friedrich Schiller prägte er die „Weimarer Klassik“, die bis heute ein Markenzeichen Thüringens ist.
H wie Hainich
Der Hainich in Thüringen ist Deutschlands größter zusammenhängender Laubwald und seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Besonders berühmt ist der Baumkronenpfad, von dem aus Besucher dem „Urwald aufs Dach steigen“ aus luftiger Höhe erleben können. Der Hainich ist zugleich Symbol für die Balance zwischen Naturschutz und Tourismus.
I wie Ilmenau
Ilmenau verbindet Natur, Technik und Kultur. Die Stadt im Thüringer Wald ist Universitätsstadt und zieht mit der TU Ilmenau Studierende aus aller Welt an. Goethe besuchte Ilmenau oft, betreute den Bergbau und schrieb hier seine „Ilmenauer Elegie“. Umgeben von Bergen und Wäldern, ist die Stadt heute auch ein beliebtes Wander- und Wintersportziel.

J wie JenTower (Jena)
Der JenTower ist mit 144 Metern das höchste Gebäude in Thüringen. Errichtet wurde das Hochhaus in den 1970er-Jahren und ist heute Wahrzeichen der Universitätsstadt Jena. Umgangssprachlich wird der JenTower auch als „Uniturm“ oder „Keksrolle“ bezeichnet.
K wie Kyffhäuserdenkmal
Das Kyffhäuserdenkmal im gleichnamigen Gebirge wurde 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet. Es verknüpft sich mit der Barbarossa-Sage: Der König schläft angeblich tief im Berg und soll eines Tages zurückkehren. Mit über 80 Metern Höhe ist das Denkmal eines der größten seiner Art in Deutschland und zieht jährlich viele Besucher an.
Auch interessant
L wie Luther
Thüringen ist eng mit Martin Luther verbunden: Er studierte in Erfurt, lebte im Augustinerkloster und verbrachte als „Junker Jörg“ seine berühmte Zeit auf der Wartburg bei Eisenach. Dort übersetzte er das Neue Testament aus dem Altgriechischen ins Deutsche – ein Meilenstein für Sprache und Kultur.
M wie Meiningen
Die Stadt Meiningen im Süden von Thüringen ist ein kulturelles Zentrum mit internationalem Ruf. Das Meininger Staatstheater war im 19. Jahrhundert berühmt für seine Inszenierungen und gilt als Geburtsort des modernen Regietheaters. Auch heute bietet es Oper, Schauspiel und Konzerte auf hohem Niveau. Ergänzt wird das kulturelle Profil unter anderem durch das Schloss Elisabethenburg.
N wie Naturpark Thüringer Wald
Der Thüringer Wald ist eines der Herzstücke des Freistaates: ein Gebirge voller Wanderwege, klarer Quellen und tiefer Wälder. Als Naturpark schützt er Flora und Fauna und ist zugleich ein touristisches Zugpferd. Ob Skilanglauf in Oberhof, Wandern auf dem Rennsteig oder Radfahren durch das Schwarzatal – der Thüringer Wald steht für Erholung und Abenteuer in grüner Umgebung.

O wie Oberhof
Oberhof im Thüringer Süden ist das Wintersportzentrum des Bundeslandes. Schon zu DDR-Zeiten war es ein Leistungsstützpunkt für Biathlon, Rodeln und Skispringen. Heute finden hier Weltcups und Weltmeisterschaften statt. Mit seiner Biathlon-Arena, Skihalle und Rodelbahn zieht Oberhof Sportler und Touristen aus aller Welt an. Auch im Sommer ist die Region ein beliebtes Ziel für den Aktivurlaub.
P wie Porzellan
Neben Glas macht auch Porzellan die Stadt Lauscha berühmt. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich eine lebendige Industrie, die von kunstvollen Figuren bis hin zu Alltagsgeschirr reicht. Thüringer Porzellan genießt international einen guten Ruf, weil es filigran und zugleich alltagstauglich ist. Museen und Schauwerkstätten erinnern an diese Tradition.
Q wie Quellen
Thüringen ist reich an Quellen, wie zum Beispiel Heil- und Thermalquellen, die seit Jahrhunderten genutzt werden. Orte wie Bad Liebenstein, Bad Langensalza oder Bad Sulza sind für ihre Heilbäder bekannt. Schwefel-, Sole- und Moorquellen haben Thüringen zu einer Kurregion gemacht. Viele dieser Quellen waren auch spirituelle Orte, um die sich Sagen und Bräuche ranken.
Auch interessant
R wie Rennsteig
Mit knapp 170 Kilometern Länge und jährlich rund 100.000 Besuchern ist der Rennsteig der meist begangene Weitwanderweg in Deutschland. Heute ist er Symbol für Thüringer Wandertradition. Der Rennsteig gilt zudem als eine Art Grenze für die Zutat Kümmel in der Rostbratwurst und wird deshalb als „Kümmeläquator“ bezeichnet – nördlich des Rennsteigs enthalten die Bratwürste Kümmel, während die südlich des Wegs keinen enthalten.
S wie Schiller
Neben Goethe lebte und wirkte ein weiterer prägender Dichter in Weimar: Friedrich Schiller. Die beiden haben regelmäßig eng miteinander gearbeitet. In seinem Wohnhaus schrieb er Klassiker wie „Maria Stuart“ und „Die Jungfrau von Orleans“. Weimar ist bis heute unter anderem als Schiller-Stadt bekannt, in der sein Erbe durch Museen, Theater und Denkmäler lebendig bleibt.

T wie Thüringer Klöße
Ohne Klöße kein Sonntagsessen: Die Thüringer Spezialität besteht aus rohen und gekochten Kartoffel und ihre Zubereitung ist eine Wissenschaft für sich – und jede Familie schwört auf ihr eigenes Rezept. Neben den vielfältigen Rezepten werden Thüringer Klöße auch gerne unterschiedlich bezeichnet wie zum Beispiel Hütes, Hebes oder Knölla. Klöße sind mehr als Beilage, sondern ein kulinarisches Kulturgut.
U wie UNESCO-Welterbe
Thüringen ist reich an Stätten, die von der UNESCO als Weltkultur- oder Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden. Gleich mehreres steht auf der Liste: die Wartburg in Eisenach, das „Klassische Weimar“ mit Goethes und Schillers Wohnhäusern oder das jüdische Erbe in Erfurt. Doch nicht nur Kultur, auch Natur ist auf der Liste vertreten: Der Nationalpark Hainich ist zum Beispiel Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Thüringen trägt damit gleich mehrfach Weltruhm – für seine Geschichte, seine Ideen und seine Natur.
Auch interessant
V wie Viba
Seit 1983 stellt Viba in Schmalkalden feinen Nougat und Marzipan her. Was als kleine Konditorei begann, ist heute eine Marke mit Schokoladen-Erlebniswelt. Besucher können hier die Herstellung live erleben, selbst Pralinen kreieren und natürlich auch probieren. Viba steht für süße Thüringer Genusskultur und exportiert ihre Produkte weltweit.
W wie Wartburg (Eisenach)
Die Wartburg bei Eisenach ist eines der bekanntesten Bauwerke Deutschlands. Hier lebte die heilige Elisabeth, hier übersetzte Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche und hier fanden Sängerwettstreite statt. Die Burg ist Symbol deutscher Geschichte und seit 1999 UNESCO-Welterbe.
Auch interessant
X wie X-Fab
Die Firma X-Fab aus Erfurt zählt zu den wichtigsten Hightech-Unternehmen in Thüringen. Das Halbleiterwerk ging aus den Mikroelektronikbetrieben der DDR hervor und produziert heute Chips, die weltweit in Autos, Medizintechnik und Industrieanwendungen eingesetzt werden. Das Unternehmen steht exemplarisch für den Wandel Thüringens vom Industriestandort zum modernen Zentrum für Zukunftstechnologien.
Y wie Yvonne Catterfeld
Die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld wurde 1979 in Erfurt geboren und ist dort aufgewachsen. Mit Songs wie „Für dich“ stürmte sie die Charts und machte auch Karriere als Schauspielerin in Serien und Filmen. Yvonne Catterfeld zeigt, dass Thüringen auch in der Popkultur prominente Gesichter hervorbringt.

Z wie Zwiebelmarkt (Weimar)
Seit dem Mittelalter wird in Weimar im Oktober der Zwiebelmarkt gefeiert. Ursprünglich ein kleiner Bauernmarkt ist er heute eines der größten Volksfeste Thüringens. Mehrere Hunderttausend Besucher strömen jedes Jahr in die Stadt, um Zwiebelzöpfe, Kunsthandwerk und regionale Spezialitäten zu kaufen - und um zu feiern.
Auch interessant
Das Thüringen-ABC zeigt, wie bunt und überraschend dieses Bundesland ist. Hinter jedem Buchstaben steckt eine Geschichte, die neugierig macht und zeigt: Thüringen hat weit mehr zu bieten als Wald und Klöße.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Haben wir in unserem ABC etwas vergessen? Oder fällt Ihnen selbst ein origineller Begriff zu Thüringen ein? Schreiben Sie uns Ihr eigenes Thüringen-ABC oder ergänzen Sie unsere Liste – wir sind gespannt auf Ihre Ideen!












