Nachdem Prinz Andrew, der 65-jährige Bruder von König Charles III., am Freitag alle seine verbliebenen königlichen Titel abgetreten hat, hat sich die Familie von Virginia Giuffre zu Wort gemeldet. Virginia Giuffre hatte sich Anfang des Jahres das Leben genommen. Jahrelang hatte sie Prinz Andrew beschuldigt, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Andrew hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Auch interessant

Die Familie von Virginia Giuffre zeigte sich zufrieden mit Andrews Entscheidung, seinen Titel als Herzog aufzugeben, und bezeichnete dies laut der „New York Post“ als „Rehabilitation für unsere Schwester und Überlebende überall“. Die Familie forderte jedoch, dass Andrew auch sein Prinzentitel entzogen werden müsse. Sie hielten es für „angemessen“, dass König Charles III., diesen Schritt ginge.

Memoiren von Virginia Giuffre erscheinen

„Dies ist nicht nur ein Sieg für sie, sondern für jeden einzelnen Überlebenden der schrecklichen Verbrechen, die von Epstein und seinen Mitverschwörern begangen wurden“, hieß es in einem Statement der Familie.

Auch interessant

In der kommenden Woche werden die Memoiren von Virginia Giuffre erscheinen. Britische Medien hatten in den vergangenen Tagen bereits Auszüge aus Giuffres Memoiren („Nobody‘s Girl“) veröffentlicht, in denen die Anschuldigungen gegen Andrew erneut thematisiert werden.

Herzog von York: Mehrheit der Briten begrüßt Entwicklung

„Die Dinge lassen sich einfach nicht lösen“, kommentierte der königliche Biograf Robert Hardman die Entwicklungen gegenüber BBC TV. „Und ich denke, der Palast hat entschieden, und Prinz Andrew hat zugestimmt, dass es wirklich zu einer weiteren Trennung kommen muss.“

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der Historiker Anthony Seldon erklärt gegenüber der BBC, dass das letzte Mal, dass einem hochrangigen Mitglied des Königshauses der Herzogstitel entzogen wurde, mehr als 100 Jahre vergangen seien. „Historisch betrachtet ist dies ein sehr, sehr bedeutender Schritt“, sagte Seldon.

Einer aktuellen Umfrage von YouGov zufolge befürworteten 67 Prozent der Briten die Aberkennung seiner verbleibenden königlichen Titel, 13 Prozent lehnten den Schritt ab. Eine separate Umfrage ergab, dass nur 5 Prozent der Befragten eine positive Meinung von ihm hatten.

mit Reuters