In England können Menschen die „Pille danach“ ab sofort kostenlos in Apotheken erhalten. Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtet, steht das Notfallverhütungsmittel nun in fast 10.000 Apotheken im Land zur Verfügung – ohne vorherigen Arztbesuch, ohne Rezept und ohne Bezahlung.

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Die „Pille danach“ ist eine Hormontablette zur Verhütung im Notfall, die eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann, wenn sie innerhalb weniger Tage nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Bislang war sie in England zwar rezeptfrei, aber nur über Hausärzte oder spezialisierte Kliniken für sexuelle Gesundheit kostenfrei erhältlich. In einigen Regionen übernahmen die lokalen Gesundheitsbehörden die Kosten, ein landesweiter Anspruch bestand jedoch nicht.

Die Maßnahme war bereits im März von der neuen Labour-Regierung angekündigt worden. Die nationale klinische Direktorin für Frauengesundheit beim staatlichen Gesundheitsdienst NHS England, Sue Mann, bezeichnete die Reform als „eine der größten Veränderungen im Bereich der sexuellen Gesundheitsdienste seit den 1960er Jahren“. Sie sei ein „Game-Changer“ für die reproduktive Gesundheitsversorgung von Frauen.

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„Pille danach“ muss in Deutschland selbst bezahlt werden

Auch die britischen Apothekenverbände begrüßten den Schritt. Henry Gregg, Chef der National Pharmacy Association, sprach dem „Guardian“ gegenüber von „guten Nachrichten für Patientinnen und Apotheken gleichermaßen“. Bisher sei der Zugang zu kostenfreier Notfallverhütung „eine Postleitzahlenlotterie“ gewesen – in manchen Regionen möglich, in anderen nicht. Zugleich mahnte Gregg, Apotheken müssten angesichts steigender Belastungen und zahlreicher Schließungen „nachhaltig finanziert“ werden, um solche Leistungen dauerhaft anbieten zu können.

In Deutschland ist die „Pille danach“ zwar seit 2015 rezeptfrei in Apotheken erhältlich, sie muss aber in der Regel selbst bezahlt werden. Nach Angaben des Bundesverbands Pro Familia liegen die Kosten je nach Präparat zwischen 16 und 35 Euro. Nur Frauen unter 22 Jahren können die Notfallverhütung kostenlos erhalten – vorausgesetzt, sie legen ein ärztliches Rezept vor.

dpa/kath