„Hitzewelle im November“ oder „Droht ein Jahrhundertwinter?“ – widersprüchliche Schlagzeilen wie diese sorgen zurzeit für Verwirrung. Wie glaubhaft und zuverlässig sind solche Vorhersagen über mehrere Wochen hinweg?

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Andreas Walter vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärt im Gespräch mit dieser Redaktion, was der aktuelle Stand der Klimavorhersagen wirklich über den kommenden Winter verrät und auf welche Temperaturen wir uns in Deutschland einstellen müssen.
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Zuerst einmal: Ein Wort wie „Jahrhundertwinter“ komme nicht im Sprachgebrauch des Deutschen Wetterdienstes vor, sagt Meteorologe Andreas Walter. Ein solcher sei außerdem „aus der Luft gegriffen“. Denn laut DWD-Klimavorhersage besteht eine starke Tendenz für einen normalen bis wärmeren Frühwinter (November bis Januar) mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent. Das heißt, die Temperatur liegt im Durchschnitt bei 1,8 Grad oder höher. Das sei relativ gut vorhersehbar.
Wie sich die Temperaturen über den Winter (Dezember bis Februar) und Spätwinter (Januar bis März) entwickeln, lasse sich jedoch noch nicht genau vorhersagen. Sowohl der September als auch der Oktober seien mit Blick auf die Vergleichsjahre nicht als außergewöhnlich warme Monate aufgefallen. Zwar sei der November bisher deutlich zu warm, für eine definitive Einschätzung sei es jedoch noch zu früh.

Um eine „Hitzewelle“, wie dieser Tage vielfach zu lesen ist, handelt es sich aus Expertensicht jedenfalls nicht. Von einer solchen spricht man dem DWD zufolge nur, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Maximum-Temperatur auf über 30 Grad ansteigt und die Minimum-Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.
Winterwetter in Deutschland: Diese regionalen Unterschiede sind absehbar
Regionale Unterschiede wird es im Winter wahrscheinlich im Norden und Nordosten Deutschlands geben, so Walter. Dort soll es wärmer als im Westen und Süden werden. Genaue Temperaturunterschiede sind zurzeit laut DWD-Experte aber ebenfalls nicht sicher vorherzusagen.

Zeichnen sich schon Trends ab, die auf außergewöhnliche Wetterereignisse in den Wintermonaten schließen lassen? Nein, so der Experte, „abgesehen vom Klimawandel natürlich und der Umverteilung der Niederschläge im Jahr“. Das heißt, der Niederschlag nimmt in den Wintermonaten Dezember bis Februar leicht zu.
Eine Rolle bei der Klimaentwicklung spielen jedoch die zurzeit sehr hohen Meeresoberflächentemperaturen, etwa im Nordatlantik oder der Nord- und Ostsee. Durch sie verdunste mehr Wasser in die Atmosphäre. Die immer wärmer werdende Atmosphäre kann wiederum mehr Wasserdampf aufnehmen. Diese beiden Effekte können sich ergänzen und so möglicherweise zu verstärkten Niederschlägen führen. Viel mehr sei schlicht noch nicht absehbar.





