Ein winziger Stich, der plötzlich das ganze Leben verändert: Der Fall eines 47-jährigen US-Piloten zeigt, wie tückisch und gefährlich eine bislang wenig bekannte Allergie nach einem Zeckenstich sein kann. Der Mann ist laut dem US-Magazin „People“ der erste offiziell bestätigte Todesfall durch das sogenannte Alpha-Gal-Syndrom, eine Allergie auf rotes Fleisch, ausgelöst durch Zecken. Eine im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlichte Forschung beschreibt den Fall.

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Heftige Reaktion nach einem Steak – zwei Wochen später der Zusammenbruch

Im Sommer 2024 ging es dem Mann zunächst gut, doch nach einem Campingwochenende schlug sein Körper Alarm: Der Mann bekam heftige Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall, nur wenige Stunden nach einem Steakessen. Er überlebte – aber fühlte sich so schlecht, dass er sich später seinem Sohn anvertraute: „Ich dachte, ich würde sterben.“

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Zwei Wochen später war der 47-Jährige auf einem Grillfest und aß einen Hamburger – diesmal verlor der Mann im Badezimmer das Bewusstsein. Rettungskräfte kämpften stundenlang um sein Leben, leider ohne Erfolg.

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Bluttest liefert die überraschende Antwort

Der plötzliche Tod des Mannes gab Ärzten zunächst Rätsel auf – offiziell galt er als „unerklärlicher plötzlicher Tod“. Erst als die Ehefrau eine befreundete Ärztin einschaltete, kam Bewegung in den Fall. Spezielle Bluttests beim Allergie-Experten Thomas Platts-Mills aus Virginia brachten schließlich Gewissheit: Es handelte sich um das seltene Alpha-Gal-Syndrom. Der Auslöser waren winzige „Chigger“-Bisse an seinem Knöchel – dabei handelt es sich in den USA häufig um Larven der Lone-Star-Zecke, die mittlerweile in vielen Teilen des Landes verbreitet ist.

Das Tückische: Die Allergie zeigt sich nicht sofort, sondern erst Stunden nach dem Verzehr von rotem Fleisch wie Rind, Schwein oder Lamm. Bei dem Alpha-Gal-Syndrom entwickelt der Körper eine allergische Reaktion auf den Zuckerstoff Alpha-Gal, der in diesen Fleischsorten vorkommt. Der einzige Ausweg für Betroffene ist eine lebenslange Abstinenz von Fleisch- und Milchprodukten von Säugetieren.

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Ein wachsendes Problem durch den Klimawandel

Was wie eine medizinische Kuriosität klingt, wird laut Forschern in den USA immer häufiger. Der Grund: Die auslösende Lone-Star-Zecke breitet sich auch wegen des Klimawandels immer weiter aus. Wer nach dem Verzehr von rotem Fleisch mit unerklärlichen Bauchschmerzen, Erbrechen oder Kreislaufproblemen zu kämpfen hat und in einer Zeckenregion lebt, sollte sich ärztlich beraten lassen. „Es ist wichtig, dass sowohl Ärzte als auch Patienten, die in Gebieten mit häufigem Vorkommen der Lone-Star-Zecke leben, sich des Sensibilisierungsrisikos bewusst sind“, sagte Dr. Platts-Mills in einer Pressemitteilung von UVA Health.