Durch den Hinweis eines engagierten Hobbyarchäologen entdeckten Forscher in Norwegen eine bemerkenswerte Begräbnisstätte. Die Anlage stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird nach ersten Untersuchungen der Kultur der Wikinger zugeordnet. Rätselhaft bleibt jedoch die ungewöhnliche Form der Bestattung, die in dieser Weise für die Wikinger unbekannt ist.
Traditionen und Bräuche bei Wikingerbestattungen
Wikingerbestattungen folgten keiner festen Norm. Vielmehr zeigte sich eine erhebliche Vielfalt ritueller Praktiken. Zu den häufigsten Formen gehörten Feuerbestattungen, die oft von wertvollen Beigaben begleitet wurden, welche die Verstorbenen im Jenseits unterstützen sollten. Ebenso sind Schiffsbestattungen belegt, bei denen der Leichnam mit einem Schiff begraben wurde. Diese außergewöhnliche Ehrung war vor allem hochrangigen Personen vorbehalten. Ein herausragendes Beispiel bildet das berühmte Oseberg Schiff mit seinen außergewöhnlichen Grabbeigaben.
Neben diesen Formen existierten auch klassische Gräberbestattungen. Doch selbst hier verweisen zahlreiche persönliche Gegenstände wie Waffen, Schmuck, Textilien oder Helme auf den gesellschaftlichen Rang der Verstorbenen. Die komplexen Rituale und eindrucksvollen Grabbauten dieser Epoche verdeutlichen die hohe Bedeutung, die die Wikinger ihren Begräbnissen beimaßen.
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Zufallsfund in Norwegen führt Archäologen zur Grabstätte
Der Amateurarchäologe Roy Søreng untersuchte auf eigene Initiative ein Küstenareal im Privatbesitz von Arve Innstrand in der Provinz Trøndelag. Dabei entdeckte er eine ovale Metallbrosche und informierte umgehend die Facharchäologie. Die folgenden Ausgrabungen förderten ein Grab mit zahlreichen Artefakten, Vogelknochen und einem menschlichen Skelett zutage. Die Kleidung und Grabbeigaben deuten darauf hin, dass es sich um eine Frau aus der Wikingerzeit des 9. Jahrhunderts handelt.

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„Es ist sehr ungewöhnlich, in alten Gräbern ein so gut erhaltenes Skelett zu finden“, sagte Hanna Geiran, Generaldirektorin der norwegischen Direktion für Kulturerbe, in der Erklärung, die auf „Gemini.no“ veröffentlicht wurde. „Dieser Fund hat einen großen kulturellen Wert.“
Zwei ovale Broschen sowie eine weitere Brosche, die den Halsausschnitt eines Unterkleids schloss, entsprechen typischen Kleidungsformen dieser Epoche. Schmuck und Tracht legen nahe, dass die Frau eine freie und vermutlich verheiratete Person war, möglicherweise die Herrin eines Hofes, wie Sauvage anmerkt.
Fund in Norwegen: Rätselhafte Bestattung wirft Fragen auf
Die Archäologen zeigten sich von der Bestattungsweise der Frau überrascht. Zwei große Jakobsmuscheln waren auf ihrem Mund platziert, mit der gewölbten Seite nach außen und der geraden Kante nach oben, sodass sie den Kiefer teilweise überlagerten. Ob die Muscheln Bestandteil eines Artefakts waren, bleibt laut Sauvage gegenüber Live Science ungewiss. Zwar sind Jakobsmuscheln in der Region verbreitet, doch ist unklar, ob sie durch Tauchen gesammelt oder an den Strand gespült wurden.
Die symbolische Bedeutung dieser Praxis ist bislang nicht geklärt. Vergleichbare Darstellungen sind aus römischen Kontexten oder aus dem späteren Mittelalter bekannt, jedoch nicht aus der Kultur der Wikinger.
Die Entdeckung eines weiteren Skeletts aus dem 8. Jahrhundert auf demselben Gelände könnte neue Anhaltspunkte liefern. Nach Angaben von Sauvage sollen das Skelett untersucht, die Funde konserviert sowie Proben für Datierung und genetische Analysen entnommen werden, um mehr über die verstorbene Person und eine mögliche verwandtschaftliche Verbindung zum früheren Fund zu erfahren.




