Auf dem Weihnachtsmarkt mit Karte zu bezahlen, ist vor allem in Großstädten immer mehr der Standard. In München allerdings dreht ein Standbetreiber am Rad der Zeit - und akzeptiert immer noch D-Mark. Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren können Kunden bei „Früchte Krug“ im „Weihnachtsdorf in der Residenz“ am Odeonsplatz glasierte Früchte und Schokofrüchte mit D-Mark kaufen.

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Auch in diesem Jahr wurde am Weihnachtsmarktstand, der bereits in siebter Generation betrieben wird, schon mit 50- und 20-Mark-Scheinen gezahlt, wie Senior-Chef Rudolf Krug gegenüber „hna“ erzählte. Anfangs hätten ihn die Kollegen für diese ungewöhnliche Aktion ausgelacht. Doch die Idee erwies sich als Erfolg.

Weihnachtsmarkt in München: Darum nimmt „Früchte Krug“ noch D-Mark an

Zu Beginn hätten noch 20 Prozent der Besucher auf dem Oktoberfest, wo „Früchte Krug“ ebenfalls einen Stand betreibt, mit D-Mark bezahlt. Das ist mittlerweile zwar weniger geworden. Doch deutschlandweite Bekanntheit hat die Familie Krug damit längst erlangt.

Wiesnstand Früchte-Krug, Schild Kunden können mit DM bezahlen, Oktoberfest, München, 30. September 2022 Deutschland, Mün
Auch auf dem Oktoberfest können die süßen Früchte noch mit D-Mark bezahlt werden. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber | IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Doch warum hat sich die Familie dafür entschieden, auf dem beliebten Weihnachtsmarkt in München überhaupt noch D-Mark anzunehmen? Es geht vor allem um Erinnerungen, die Besucher mit dem alten Zahlmittel verbinden. So erlebe Kunze, wie „hna“ berichtet, viele emotionale Momente an seinem Stand. Jeder D-Mark-Schein ist verbunden mit einer persönlichen Geschichte.

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    Simon Kunze, der in den Familienbetrieb mit eingestiegen ist, ist demnach besonders eine Geschichte in Erinnerung geblieben. So sei ein älterer Mann vor einigen Jahren mit einem 100-Mark-Schein zum Stand gekommen, um eine Schokobanane zu kaufen. Der Herr dachte wohl aber, das Angebot, mit D-Mark zu zahlen, gelte nur einmal. Deshalb kam er verkleidet erneut zu „Früchte Krug“ und wollte wieder mit einem 100-Mark-Schein bezahlen „Er kam noch fünf oder sechsmal, in anderer Kleidung, mit einem Hawaiihemd“, erzählte Krug gegenüber „hna“.

    Irgendwann machte ihn ein Mitarbeiter am Stand darauf aufmerksam, dass das Angebot unbegrenzt sei und er so oft mit D-Mark zahlen könne wie er wolle. Es stellte sich heraus, dass die alten D-Mark-Scheine aus dem Nachlass seiner Frau stammte und der Witwer sie nach und nach in Jacken und Mäntel entdeckt hatte.

    rk