Die infolge eines schweren Erdbebens im Nordosten Japans ausgegebene Tsunami-Warnung ist wieder aufgehoben worden. Zwar wurde die Region kurz darauf von einem Nachbeben erschüttert, für die Bewohner habe jedoch keine Gefahr bestanden, berichtete der Fernsehsender NHK.

Mindestens 30 Menschen seien verletzt worden, sagte Regierungschefin Sanae Takaichi am Dienstag. Sie rief die Menschen zur Vorsicht auf.

Das Erdbeben ereignete sich demnach gegen 15.20 Uhr deutscher Zeit. Das Epizentrum des Bebens lag den Angaben zufolge 80 Kilometer vor der Küste von Aomori in einer Tiefe von 50 Kilometern und damit etwa im Osten der Tsugaru-Straße, die die Hauptinseln Honshu und Hokkaido trennt. Erschütterungen des Bebens waren laut Wetterbehörde bis nach Tokio messbar.

Erdbeben in Japan: 1500 Erschütterungen pro Jahr

Eine erste Welle am Hafen von Mutsu Ogawara in Aomori war nach Angaben des JMA 40 Zentimeter hoch. Erste Überprüfungen von japanischen Atomkraftwerken ergaben den Betreibern zufolge keine Besonderheiten. 

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Immer wieder wird Japan von starken Erdbeben heimgesucht. Erst im Sommer beschloss das Land in Fernost einen aktualisierten Notfallplan für Zivilschutz. Japan erlebt im Jahr knapp 1500 Erdbeben. Demnach passiert fast jedes fünfte Erdbeben weltweit der Stärke sechs oder stärker in Japan.

Erdbeben, Tsunami und AKW-Unglück: Die „Dreifachkatastrophe“ von Fukushima

Traurige Bekanntheit erlangte der Nordosten Japans 2011, als eines der schwersten jemals gemessenen Erdbeben die Region erschütterte. Das Erdbeben der Stärke 9 führte zu gigantischen Tsunami-Wellen, in deren Folge mehrere Kühlsysteme im Atomkraftwerk Fukushima ausfielen. Dabei wurden radioaktive Stoffe freigesetzt. In Folge der Verkettung der Ereignisse wurde die Tragödie auch als „Dreifachkatstrophe“ bekannt, bei der mehr als 18000 Menschen ums Leben kamen. Viele gelten noch immer als vermisst.

dpa/rk