Selbst die Meisterdiebe aus „Ocean‘s Eleven“ währen wohl auf diesen Coup stolz: Unbekannte sind vermutlich am vergangenen Wochenende in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen (NRW) eingebrochen und haben dort rund 3200 Schließfächer leergeräumt. Ihr Beute soll einen Wert von rund 30 Millionen Euro haben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfahren haben will.

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Über 95 Prozent der Kunden-Schließfächer seien aufgebrochen worden, teilte die Sparkasse auf ihrer Internetseite mit. Mehr als 2500 Geschädigte sind betroffen. Es dürfte sich damit um einen der größten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte handeln.

Für ihre Tat nutzten die Einbrecher wohl einen Bohrer, viel mehr ist bisher nicht bekannt. Erst am frühen Montagmorgen wurde die Polizei auf die aufgebrochenen Schließfächer aufmerksam, weil das Brandmeldesystem Alarm geschlagen hatte. Brisant: Bereits am Samstag, 27. Dezember, hatte es nach Polizeiangaben einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude gegeben. „Hier waren Polizei und Feuerwehr gegen 6.15 Uhr vor Ort, konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ“, so ein Polizeisprecher gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, die wie unsere Redaktion zur FUNKE Mediengruppe gehört.

Sparkasse ausgeraubt: Kunden fordern weitere Informationen 

Am Montag und Dienstag sammelten sich nach Bekanntwerden des Überfalls zahlreiche Menschen vor der Sparkasse in Gelsenkirchen und forderten Auskünfte. Die Stimmung war teils aufgebracht, weil die Menschen um ihr Erspartes bangen. Mehrere Personen stürmten an Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma vorbei in den Vorraum der Sparkasse. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagenbesatzungen an und sicherte den Eingang. Inzwischen wurde laut Sparkasse eine Kunden-Hotline für die Betroffenen eingerichtet.

Die Fahndung nach den Tätern läuft derweil auf Hochtouren. Erste Zeugen berichten, in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen in einem angrenzenden Parkhaus gesehen zu haben. Die Polizei hat nach eigenen Angaben erste Aufnahmen von Überwachungskameras gesichtet. Zu sehen soll ein schwarzer Audi RS 6 sein, in dem maskierte Täter sitzen. Das Kennzeichen des Autos sei zuvor in Hannover entwendet worden.

nfz/dpa