Sie inszenierten sich als Power-Duo des Schweizer Nobel-Skiorts Crans-Montana: Jessica und Jacques Moretti, ein französisches Ehepaar mit Wurzeln auf Korsika und an der Côte d’Azur. 2015 übernahmen die beiden das „Le Constellation“ und bauten ihr Netzwerk mit dem Etablissement „Le Senso“ in Crans-Montana sowie dem Spezialitätenrestaurant „Le Vieux-Chalet“ im Nachbarort Lens aus.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Nach dem verheerenden Brand im „Le Constellation“ in der Silvesternacht, bei dem mindestens 40 Menschen starben und über 100 verletzt wurden, stehen die Morettis unter Schock. Jessica Moretti erlitt bei der Katastrophe laut der Nachrichtenagentur AFP selbst Verbrennungen am Arm. Ihr Mann befand sich den Angaben zufolge in einem der anderen Betriebe.
Auch interessant
Katastrophe in Nobel-Skiort: Wer sind die Betreiber des „Le Constellation“
Was über das Paar bekannt ist: Jacques Moretti stammt nach übereinstimmenden Medienberichten aus Ghisonaccia auf Korsika, seine Frau wuchs laut „Corse-Matin“ an der französischen Südküste auf. Der britische Mirror zeichnet einen internationalen Bildungsweg von Jessica nach, unter anderem mit Stationen in Monaco und Wales. In der Region galten beide als umtriebige Gastgeber, die dem Nachtleben von Crans-Montana Glanz verliehen.
Gleichzeitig rücken nun aber Sicherheitsfragen in den Fokus. Die Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt. Bild- und Videomaterial aus dem Inneren zeigt, dass die Decke nach dem Einsatz von Wunderkerzen in Brand geriet. Die Behörden sprachen von einem „Flashover“; einer schlagartigen Durchzündung, bei der sich der Entstehungsbrand blitzartig zu einem Vollbrand ausweitet und alle brennbaren Oberflächen innerhalb kürzester Zeit in Flammen stehen.
Feuer in Schweizer Bar: Gelöschte Profile, offene Fragen
Unmittelbar nach dem Unglück verschwanden die Social-Media-Auftritte des „Le Constellation“ aus dem Internet. Archivierte Fotos zeigen im Inneren aber eine Akustikdämmung, die wie Polyurethan-Schaum anmutet. Sollte solches Material verbaut worden sein, wäre das brandschutzrechtlich heikel. Der Schaumstoff könnte sich an der Decke entzündet haben. „Beim Schaumstoff wird noch zu bestimmen sein, ob dieser örtlich genehmigt war oder nicht“, sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud am Freitag.
Auch interessant
Vor Ort heißt es, Sicherheitsaspekte seien im „Le Constellation“ teils nachrangig gewesen. Derweil betont der Wirt der Bar, Jacques Moretti, gegenüber der „Tribune de Genéve“, dass bei Kontrollen in den vergangenen Jahren stets „alles vorschriftsgemäß“ abgelaufen sei. Gäste kritisieren derweil die Einlasskontrollen. Darüber berichtet der „Spiegel“. Hinweise, wonach in der Silvesternacht mehr Gäste als erlaubt im Lokal gewesen seien, stammen aus Zeugenaussagen. Die Behörden haben das bislang weder bestätigt noch dementiert. Belastbare Ergebnisse werden erst die laufenden Ermittlungen liefern.
Betreiber des „Le Constellation“: „Es ist eine Katastrophe“
Zu den persönlichen Folgen: Ein befreundeter Künstler der Betreiber, Jean-Thomas Filippini, soll berichtet haben, dass die Morettis „extrem betroffen“ seien. Jessica Moretti habe ihn kontaktiert und gesagt: „Es ist eine Katastrophe“, schreibt der „Focus“. Ferner ließ das Paar über einen Mitarbeiter ausrichten, dass sie bei dem Brand Teammitglieder verloren hätten und derzeit nicht ausführlich über die Erlebnisse sprechen könnten.
Gegenüber „20Minuten“ sagte Jacques Moretti: „Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht.“ Die Betreiber des „Le Constellation“ wollen nach eigenen Angaben nun „alles tun, um mitzuhelfen, die Ursache zu klären.“
ra






