Erstmals ist die chilenische Einsiedlerspinne (Loxosceles laeta) in Deutschland gesichtet worden. Ein Handwerker entdeckte im Herbst 2025 ein Exemplar im Keller der Universität Tübingen. Das Tier wurde später von Spinnenexperte Hubert Höfer, Leiter der Biowissenschaften am Karlsruher Naturkundemuseum, identifiziert – dank furchtlosem Einsatz des Handwerkers.

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Dem MDR sagte Höfer: „Er hat tatsächlich dieses Tier gefangen, was sehr, sehr wertvoll ist, denn nur durch dieses Männchen, das da gefangen wurde, konnten wir überhaupt eine sichere Bestimmung machen.

Dutzende der achtbeinigen Gift-Krabbler leben unter der Uni, allein 15 befinden sich in Hofers Obhut. Der beruhigt: Bis sich aus einzelnen, eingeschleppten Tieren eine Population entwickelt, „das dauert in der Regel, beziehungsweise, das schaffen nur wenige Arten“.

Woher kommt die Spinne?

Die Einsiedlerspinne ist ursprünglich in Südamerika, insbesondere Chile, heimisch. Vermutlich gelangte sie über Warentransporte nach Europa. Ein ähnlicher Fall wurde bereits aus Helsinki in Finnland berichtet, wo die Art seit über 60 Jahren lokal existiert.

Eine großflächige Ausbreitung in Deutschland wird aufgrund der empfindlichen Temperaturansprüche der Spinne derzeit als unwahrscheinlich eingestuft. Nichteinheimische Tiere bleiben eher in Häusern und Kellern.

Trotzdem gehört die Loxosceles laeta zu den giftigsten Vertretern der Loxosceles-Familie. Ihr Biss setzt ein toxisches Gift frei, das schwere Hautreaktionen wie Nekrosen und Läsionen verursachen kann. In extremen Fällen kann es unbehandelt zu Nierenversagen oder sogar zum Tod führen.

Ein Gegengift existiert bislang nicht. Positive Ergebnisse für schnelle Behandlungen lieferten bisher nur einige klinische Tests in Brasilien.

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Kaum Gefahr durch Begegnungen in Deutschland

Abgesehen von der ohnehin kaum vorstellbaren Begegnung mit der Spinne hierzulande warnen Experten wie Höfer vor Panik. Die nachtaktiven und scheuen Tiere beißen Menschen lediglich in Ausnahmefällen, etwa wenn sie versehentlich gequetscht werden.

Auch nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) stellen die Spinnen daher außerhalb ihrer Heimat keine bedeutsame medizinische Gefahr dar, da Bisse nur selten vorkommen.

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Wie kann man sich dennoch schützen?

In Chile ist es üblich, Kleidung vor dem Anziehen auszuschütteln und dunkle Ecken sorgfältig abzusaugen.

Für Deutschland bleiben solche Vorkehrungen indes überzogen. Sollten Hausbewohner aber tatsächlich auf eine Spinne aus der Loxosceles-Familie treffen, empfiehlt Nabu-Experte Roland Mühlethaler, das Tier behutsam ins Freie zu bewegen.

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Im ungewöhnlichen Fall eines Bisses durch eine Loxosceles-Spinne sollte das Tier eingefangen werden, um Ärzten eine korrekte Bestimmung zu ermöglichen und die Behandlung zu erleichtern.

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